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JU-AIR gedachte der Opfer des Ju 52-Absturzes vor einem Jahr

Am 4. August dieses Jahres erinnerte die JU-AIR mit einer Gedenkfeier an die Menschen, die beim Absturz der Ju 52 HB-HOT vor einem Jahr ums Leben gekommen waren. Die Untersuchungen zur Absturzursache durch die SUST dauern an. 

7.08.2019

Die JU-AIR hat am 4. August im Rahmen einer Gedenkfeier an die Opfer des Ju 52-Absturzes vor einem Jahr gedacht. © JU-AIR

Am 4. August 2018 war eine Junkers Ju 52 der Schweizer JU-AIR mit 20 Menschen an Bord bei einem Flug von Locarno nach Dübendorf am Piz Segnas in der Nähe von Chur  abgestürzt. Bei dem Absturz des dreimotorigen Flugzeugs mit dem Kennzeichen HB-HOT in 2.450 Meter Höhe waren alle Insassen ums Leben gekommen.

Am vergangenen Sonntag erinnerte die JU-AIR mit einer Gedenkfeier in Dübendorf der Opfer. Der Einladung des Unternehmens waren über 100 Angehörige und Freunde der Opfer sowie Firmenangehörige gefolgt. Kurt Waldmeier, der Hauptgeschäftsführer (CEO) der JU-AIR, sagte, ein Jahr der Emotionen liege hinter allen Betroffenen. Es bewege ihn sehr, dass so viele Angehörige und Freunde zusammengekommen seien, um sich gemeinsam an die Verunfallten zu erinnern. Im Namen aller Betroffenen bedankte er sich insbesondere bei den vielen Freunden und Verwandten, die sich im vergangenen Jahr um die Menschen gekümmert haben, die nach dem Unfall Hilfe benötigten.

Aufwändige Ermittlungen

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST), die den Absturz untersucht, hat am 2. August einen Zwischenbericht veröffentlicht, in dem sie schildert, mit welchem Aufwand die Unfallermittler versuchen, die Ursache zu klären. In dem Bericht heißt es: „Es wurden gesamthaft über 40 Mobiltelefone, Digitalkameras, Speicherkarten und andere Komponenten mit allfälligen Datenspeichern an der Unfallstelle sichergestellt. Die meisten der gefundenen Elektronikkomponenten waren stark beschädigt und konnten nicht direkt ausge- lesen werden. Bei einigen der beschädigten Komponenten gelang es durch aufwändige Verfahren, Bild- und Tonaufnahmen des Unfallfluges und des Fluges am Vortag zu gewinnen. Bei der Rekonstruktion der stark beschädigten Komponenten kann die SUST auf die Erfahrung der französischen Sicherheitsuntersuchungsbehörde Bureau d’Enquêtes et d’Analyses pour la sécurité de l’aviation civile (BEA) zurückgreifen, welche die SUST mit grosser Hilfsbereitschaft bei der Aufbereitung und dem Auslesen der an der Unfallstelle sichergestellten Datenräger von Passagieren und Besatzungsmitgliedern unterstützt. Die Rekonstruktionsversuche an einigen der stark beschädigten Einheiten dauern noch an.

Laserscan des Talkessels

Der gesamte Flugverlauf kann gestützt auf die verschiedenen Datenquellen gut rekonstruiert werden, wobei für die letzten Flugminuten folgende, hochpräzise Methode verwendet wird: Der Talkessel südwestlich des Piz Segnas wurde mit einem dreidimensionalen Laserscan-Verfahren aufgenommen und mit dem dreidimensionalen Geländemodell des Bundesamtes für Landestopografie kombiniert. Von einem Schwesterflugzeug der HB-HOT wurde ein Laserscan aufgenommen und ein dreidimensionales Modell erstellt. Damit können nun Aufnahmen, die vom Boden aus von der verunfallten Maschine im Flug gemacht wurden, bezüglich dem Gelände positioniert und analysiert werden. Auch Aufnahmen aus dem Inneren des Flug- zeuges sind mit diesem Modell für die Flugwegbestimmung auswertbar. Das vorhandene Bild- und Filmmaterial sollte es ermöglichen, für die entscheidende Flugphase die Positionen des verunfallten Flugzeuges im Raum, dessen Lagewinkel gegenüber dem Gelände und seine Geschwindigkeit gegenüber dem Boden zu ermitteln.

Parallel dazu werden die Tonspuren aus dem vorhandenen Filmmaterial analysiert. Eine Spektralanalyse der aufgenommenen Geräusche wird es möglicherweise erlauben, die Umdrehungszahlen der Motoren zu bestimmen und Rückschlüsse auf den Zustand der Motoren während des Unfallhergangs zu ziehen. Diese Arbeiten dauern an (…). Des Weiteren wird das Gewicht des Flugzeuges und die Lage des Massenschwerpunktes ermittelt, um deren Einfluss auf die Flugleistungen bestimmen zu können.“ 

Die SUST rechnet damit, den Abschlussbericht des Ju 52-Absturzes im ersten Quartal 2020 zu veröffentlichen.

 

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