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Vorläufiger Unfallbericht des Convair-Absturzes veröffentlicht

Die südafrikanische Luftfahrtbehörde hat einen vorläufigen Unfallbericht zum Absturz der Convair CV-340 veröffentlicht. Das Flugzeug war für das Aviodrome in Leylstad bestimmt. Doch noch vor dem Start zu seinem Überführungsflug von Südafrika in die Niederlande war es am 10. Juli abgestürzt.

28.08.2018

Die für das Aviodrome in Lelystad bestimmte Convair CV-340 ist am 10. Juli 2018 verunglückt. © Aviodrome.nl

Die Abteilung zur Untersuchung von Un- und Zwischenfällen der südafrikanischen Luftfahrtbehörde (South African Civil Aviation Authority/SACAA) hat einen vorläufigen Bericht zum Unfall der Convair CV-340 veröffentlicht. Das Flugzeug, das in diesem Sommer die Sammlung des niederländischen Themenparks Aviodrome in Lelystad hatte ergänzen sollen, war am 10. Juli bei einem Sightseeingflug in Pretoria abgestürzt.

Die CV-340 sollte in den Niederlanden unter südafrikanischer Registrierung flugfähig gehalten werden. Ein Ferryflug vom bisherigen Standort des Flugzeugs nach Lelystad war für den Zeitraum 12. bis 23. Juli vorgesehen. In Vorbereitung auf den Überführungsflug war die Convair mit  dem Kennzeichen ZS-BRV am 6. Juli gewartet worden. Am 10. Juli startete die zweimotorige Turboprop mit 19 Menschen an Bord zum ersten Flug nach der Wartung. Davor war sie letztmalig im Februar in der Luft gewesen.

Der Zielflugplatz war geschlossen

An diesem Tag war ein Flug vom Wonderboom Airport in Pretoria zum rund 100 Kilometer nordwestlich gelegenen Pilanesberg Airport geplant. Zwei australische Piloten sowie ein lizenzierter Wartungsingenieur bildeten die Besatzung. Weder die Crew noch der Tower in Pretoria hatten allerdings ein NOTAM zur Kenntnis genommen, nach dem der Zielflugplatz wegen Bauarbeiten an der Runway geschlossen war. Pilot Flying war der Kapitän auf dem rechten Sitz. Der Copilot war für die Kommunikation zuständig und bediente den Funk, während der Ingenieur die Triebwerksbedienung übernahm.

Beim Run-up vor dem Start gab es laut Bericht keine Beanstandungen, und die Crew bat um Startfreigabe, die um 16.30 Uhr erteilt wurde. Die Convair rollte auf die Piste 29 und begann ihren Startlauf. Bei einer Geschwindigkeit von 50 Knoten sagte der Kapitän, dass der Ladedruck niedrig sei. Nachdem das Flugzeug abgehoben hatte, kam einer der Passagiere ins Cockpit und sagte dem Ingenieur, dass das linke Triebwerk brenne. Der Towerlotse sah, dass die Convair ihren Flug in einer Höhe von rund 800 Fuß fortsetzte. In einem Video des Starts der CV-340 kann man sehen, wie dichter Rauch aus dem linken Triebwerk dringt.

Im Cockpit herrschte Verwirrung. Die Aufnahmen einer im Cockpit installierten GoPro-Kamera zeigen, dass der Drehzahlmesser für das linke Triebwerk stark fluktuierte und dass die Anzeige für einen Triebwerksbrand im linken Triebwerk aufleuchtete. Auch eine diesbezügliche Warn-Ansage ist zu hören. Der Kapitän drehte das Steuerhorn nach rechts und sagte, dass er keine Querruderwirkung habe, der Pilot solle die Steuerung übernehmen. Die Piloten diskutierten dann, ob sie das Fahrwerk eingefahren hätten und welches Triebwerk denn nun brenne. Zu keinem Zeitpunkt, so der Bericht der Untersuchungskommission, habe es einen Versuch der Besatzung gegeben, den Triebwerksbrand zu löschen. Das Feuerlöschsystem wurde nicht ausgelöst.

Die Convair konnte die Höhe nicht halten und kollidierte in der Folge mit einer Stromleitung und mit einem Baum. Das Flugzeug schlug auf dem Boden auf und rutschte durch eine Fabrikhalle. Dabei wurden die Tragflächen und das linke Höhenleitwerk abgetrennt. Der in der linken Tragfläche befindliche Treibstoff fing Feuer. Bei dem Unfall kam ein Besatzungsmitglied ums Leben, drei Insassen der Convair wurden schwer verletzt.

Bob Fischer/VKT

 

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