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Boeing 787 fliegt in 18 Stunden ein Selbstporträt

Ein Flug zur Ermittlung der maximalen Flugdauer eines modernen Langstrecken-Twinjets kann langweilig sein, es sei denn, man nutzt ihn, um mit Hilfe eines Flight Trackers ein gigantisches Selbstporträt zu kreieren, so wie es die Besatzung einer Boeing 787-8 gestern getan hat. 

4.08.2017

Bei einem Testflug zur Feststellung der maximalen Reichweite hat die Crew einer Boeing 787-8 die Umrisse ihres Jets nachgeflogen. © Flightaware

„Ich komme selten dazu, das, was ich mache, mit der Öffentlichkeit zu teilen, aber in diesem Fall bin ich mächtig stolz darauf, es zu zeigen. Der Flugweg ist mein Design, und es hat einiges an Feinabstimmung bedurft, um ihn in unsere Testanforderungen einzupassen“, schrieb der Nutzer arerecich auf der Flugverfolgungswebsite flightaware.com. Der Grund für seinen berechtigteten Stolz: Kurz zuvor war das Boeing-Testflugzeug Boeing 787-8 Dreamliner mit dem Kennzeichen N7874 nach einem 18 Stunden dauernden Testflug wieder auf dem Startflugplatz King County International Airport Boeing Field (KBFI) in Seattle gelandet. Auf dem Flug, der der Ermittlung der maximalen Flugdauer des Musters diente, hatte die Besatzung ein gigantisches Selbstporträt des Musters in Form einer Umrisszeichnung an den Himmel gezeichnet.

Eine 787 (fast) so groß wie die USA

Die Tragflächenspitzen sind einerseits über dem Lake Superior im nördlichen Michigan, nahe der kanadisch-amerikanischen Grenze, und andererseits über Corpus Christi in Texas, unweit der Grenze zu Mexiko. Die Flugzeugspitze befindet sich in der Nähe von Aspen, Colorado, während das Heck Huntsville in Alabama berührt. Das Porträt lässt sich indes nur mit Hilfe von Flugverfolgungssoftware wie Flightaware.com oder flightradar24.com erkennen.

Die Flugplanung für den Testflug, der unter der Flugnummer BOE4 stattfand, muss relativ anspruchsvoll und aufwendig gewesen sein, denn weder die Wendepunkte noch die beflogenen Kurse entsprechen den definierten Luftstraßen beziehungsweise Wegpunkten. Deswegen mussten alle Wegpunkte individuell mit GPS-Koordinaten definiert und ins Flight Management System (FMS) eingegeben werden. Die Reiseflughöhe betrug anfangs 35.000 Fuß, und stieg dann stufenweise bis auf 43.000 Fuß für die letzten viereinhalb Stunden.

Die Reichweite der Boeing 787-8 mit 242 Passagieren an Bord beträgt 7.355 nautische Meilen, umgerechnet 13.620 Kilometer. Die Überführungsreichweite ohne Passagiere ist deutlich größer.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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