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Die Geschichte der F-4E Phantom II in Soesterberg

Die McDonnell Douglas F-4E Phantom im nationalen Militärmuseum der Niederlande (NMM) ist ein besonderes Ausstellungsstück mit einer interessanten Historie. Bob Fischer hat sich das Exponat, welches nicht ständig zu sehen ist, einmal genau angeschaut.

1.11.2019

Die F-4 Phantom II des Museums in Soesterberg gehört nicht zu den Exponaten, die dauerhaft zu sehen sind. © Bob Fischer

Für viele Luftfahrt-Enthusiasten ist die McDonnell Douglas F-4E Phantom II mit der Registrierung 67-0275 das absolute Highlight im Nationaal Militair Museum (NMM) in Soesterberg. Von 1969 bis 1978 flogen die legendären Jagdbomber für die 32nd Tactical Fighter Squadron (TFS) “Wolfhounds” der US Air Force Europe (USAFE) von Soesterberg. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, im Zusammenwirken mit den Lockheed F-104 aus Leeuwarden den Luftraum der Niederlande zu beschützen.

1969 kam die Phantom zum 32nd Tactical Fighter Squadron auf der Soesterberg Air Base in den Niederlanden. Das Muster war zunächst für die U.S. Navy vorgesehen, wurde aber später zum meistgebauten westlichen Jet-Fighter. Die US Air Force kaufte das Muster in großen Stückzahlen, aber die Phantom war auch ein großer Exporterfolg und diente in den Streitkräften Großbritanniens, Israels, des Iran, der Türkei, Ägyptens, Griechenlands, Japan, Südkoreas und bei der deutschen Luftwaffe. Die Phantom wurde im Mittleren Osten und in Vietnam im Kampf eingesetzt.

Die McDonnell Douglas F-4E des NMM in Soesterberg hat eine bewegte Geschichte hinter sich. © Bob Fischer

Die Phantom des Nationaal Militair Museum (NMM) wird in Soersterberg in den Farben des 32nd TFS/17th Air Force ausgestellt. Sie hat eine interessante Geschichte. Ein roter Stern am linken Lufteinlauf ist eine Erinnerung an den Abschuss einer nordvietnamesischen MiG-21 während des Vietnamkrieges. Während der Operation Linebacker schossen der Pilot Lt. Col. Lyle L. Beckers und sein WSO (Waffen System Offizier) 1 Lt. Thomas M. Griffin am 12. September 1972 mit einer AIM-9E Sidewinder und der M-61 Bordkanone eine MiG-21 ab. Damals gehörte der Fighter zur 35th TFS und war auf der Korat Royal Thai Air Force Base in Thailand stationiert. 

2011 kam die Phantom aus Arizona

Nach seiner aktiven Dienstzeit wurde der Fighter mit der Registrierung 67-0275 auf der Davis Monthan Air Force Base beim AMARC im US-Bundesstaat Arizona eingemottet. Im Juli 2011 wurde der Fighter aus Arizona in die Niederlande verschifft und kam in eine Lackierwerkstatt nach Lelystad, wo die F-4E Phantom in ihren Originalfarben aus der Zeit des 32nd Tactical Fighter Squadrons lackiert wurde. Seitdem trägt sie wieder die beiden Buchstaben ‘CR’ am Leitwerk, die seinerzeit für Soesterberg standen.

Leider ist die Phantom nicht dauerhaft in der Ausstellung des Museums zu finden, sondern steht meistens versteckt in einem der Hangars. Zu den Soesterberg Aviation Days am 25. und 26. August 2019 wurde sie aber aus dem Hangar gezogen und zur Freude der Besucher auf dem Vorfeld aufgestellt.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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