Homepage » Aero-Kultur » Fliegerfest Nastätten: Tolles Oldtimer-Treffen im Taunus

Fliegerfest Nastätten: Tolles Oldtimer-Treffen im Taunus

Das alle zwei Jahre stattfindende Fliegerfest in Nastätten im Taunus war in diesem Jahr besonders gelungen: Eine große Zahl von Oldtimern war gekommen und begeisterte die Besucher. Die Teilnehmer zeigten sich von der familiären Atmosphäre auf dem Platz beeindruckt. 

25.08.2019

Nur selten findet man eine solche Anzahl von Focke-Wulf Fw 44 Stieglitz wie beim Fliegerfest in Nastätten 2019. © V. K. Thomalla

Der Aero-Club Nastätten hatte für den 24. und 25. August zu seinem Fliegerfest auf das Segelfluggelände im Taunus eingeladen. Der 1951 gegründete Verein hat mit seinen 200 Mitgliedern in diesem Jahr ein sehenswertes Ereignis auf die Beine gestellt, für das sich auch eine weitere Anreise gelohnt hat. Eine stabile Hochdruckwetterlage über Mitteleuropa bescherte dem Veranstalter bestes Flugwetter, so dass alle Teilnehmer und anfliegenden Besucher ohne Probleme an- und abreisen konnten.

Fliegerfest Nastätten 2019

Die Atmosphäre auf dem Segelfluggelände auf dem Plateau westlich von Nastätten ist familiär. Selten findet man bei einem Fliegerfest eine solche Anzahl von historischen Luftfahrzeugen. Ein Dutzend Doppeldecker vom Typ Focke-Wulf Fw 44 Stieglitz sowie ein halbes Dutzend Boeing PT-17 Stearman, North American T-6 und die Navy-Version SNJ, Bücker Jungmann, Great Lakes, Fieseler Storch, Bf 108 Taifun und Tiger Moth waren zur Freude der Veranstalter und der Zuschauer nach Nastätten gekommen.

Auch historische Segelflugzeuge wie ein Schulgleiter SG-38 oder ein Rhönsperber waren in der Flugzeugausstellung und – im Fall des SG-38 – in der Luft zu bewundern.

Weltmeister im Flugprogramm

Das fliegerische Programm bestand hauptsächlich aus Kunstflug-Vorführungen, die vom Sprecher kompetent begleitet wurden. Mit Moritz Kirchberg hat der Aero-Club Nastätten einen veritablen Weltmeister in der Disziplin des Segelkunstflugs in seinen Reihen. Er hatte bei der Segelkunstflug-WM im vergangenen Jahr in Tschechien mit dem Team und in der Unbekannten Kür als jüngster WM-Teilnehmer gleich zwei Titel geholt. Kirchberg ließ sich und seine Swift von einer Jak-55 auf Höhe schleppen und begeisterte das Publikum mit seinem mit Musik untermaltem Programm.

Dr. Benjamin Schaum war mit seiner Kunstflug-Einmot Jakowlew Jak-54 nach Nastätten gekommen. Er zeigte ein spektakuläres Flugprogramm mit der russischen Aerobatik-Einmot, von der nur wenige Exemplare gebaut worden sind. Mit Hilfe von Rauch konnten die Zuschauer verschiedenen Figuren gut nachverfolgen. Nach der Landung spendeten die Zuschauer ihm begeistert Beifall.

Walter Eichhorn führte seine 1942 gebaute North American T-6 souverän vor. Er hat eine jahrzehntelange fliegerische Erfahrung auf den verschiedensten Flugzeugmustern und kann diese bei seinen Vorführungen ausspielen. Das von einem 600 PS (450 kW) starken Pratt & Whitney R1340 Wasp-Sternmotor angetriebene, zweisitzige Trainingsflugzeug ist mit einer Leermasse von 1.800 Kilogramm kein Leichtgewicht. Es aber trotzdem agil vorzuführen, ist eine Kunst, die Walter Eichhorn perfekt versteht.

Interessante Flug- und Fahrzeuge

Zu den Schätzen in der Flugausstellung in Nastätten gehörte auch eine Heliopolis Gomhouria, ein ägyptischer Nachbau der Bücker 181 Bestmann beziehungsweise der in Tschechien gefertigten Zlin Z.181 aus den fünfziger Jahren. Die ägyptischen Luftstreitkräfte hatten insgesamt 150 dieser einmotorigen Tiefdecker für das Pilotentraining gekauft. In den achtziger Jahren wurden mehrere Exemplare dieser Flugzeuge nach Deutschland importiert und so vor der Verschrottung gerettet.

Eine schöne Ergänzung des Fliegerfestes in Nastätten stellten die in großer Zahl angereisten historischen Autos und Motorräder dar. Besonders die Hubraum-starken amerikanischen Straßenkreuzer sowie die Vehikel aus den vierziger und fünfziger Jahren hatten es den Besuchern angetan.

Das Fliegerfest ist Nastätten war eine rundum gelungene Veranstaltung, mit der der Aero-Club Nastätten nicht nur eine gute Werbung für sich, sondern für die Allgemeine Luftfahrt und den Luftsport abgegeben hat.

Volker K. Thomalla

 

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

 

Schon gelesen?

Bf 108 Taifun und Do 27 starten nun bei den Quax-Fliegern

Flugplatzkerb Gelnhausen: Ein Fest nicht nur für Flugzeug-Fans

Dessau feiert 100 Jahre Erstflug der Junkers F13

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.