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Flugplatzkerb Gelnhausen: Ein Fest nicht nur für Flugzeug-Fans

Die Flugplatzkerb in Gelnhausen ist kein Geheimtipp mehr. Der Aero-Club Gelnhausen hat das Flugplatzfest und die Airshow zu einem festen Datum im Kalender von Flugzeugfans gemacht. Doch nicht nur Enthusiasten und Piloten kommen bei der sympathischen Veranstaltung auf ihre Kosten, das Event ist auch ein Fest für die Flugplatzanrainer.

9.06.2019

Die Abstellfläche für die Besucherflugzeuge der Flugplatzkerb Gelnhausen 2019 war nicht so gut gefüllt wie 2017. © Volker K. Thomalla

Der Pilot des Lufthansa-Fluges LH501 aus Rio de Janeiro staunte beim Anflug auf den Flughafen Frankfurt/Main am Samstag. „Es sieht ganz schön voll aus bei Euch da unten. Ich wünsche Euch viel Spaß!“ sagte er über Funk. In Absprache mit der Flugsicherung war die Boeing 747-400 mit dem Kennzeichen D-ABVO auf 4.000 Fuß gesunken und beim Eindrehen in den Anflug über den Flugplatz Gelnhausen (EDFG) geflogen, um dort über Funk die Teilnehmer und Zuschauer der Flugplatzkerb Gelnhausen 2019 zu grüßen. Der Aero-Club Gelnhausen richtet auf dem Platz im Kinzigtal alle zwei Jahre seine Flugplatzkerb aus.

Flugplatzkerb 2019

2017 waren über 400 Flugzeuge nach Gelnhausen gekommen, in diesem Jahr hatte das Tief Ivan mit seinen hohen Windgeschwindigkeiten und der angekündigten Gewitterfront einigen Piloten, die anfliegen wollten, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Parkplatz für die Besucherflugzeuge war weniger gut gefüllt als vor zwei Jahren. Trotzdem war eine große Bandbreite an modernen und historischen Flugzeugen nach Gelnhausen gekommen.

Kunstflieger erstaunten das Publikum

Für ordentlich Rauch und Kapriolen am Himmel sorgten die Kunstflieger. So sorgte unter anderem Uwe Wendt auf seiner Extra 300L mit seinem gewohnt routiniert geflogenen Programm für Staunen beim Publikum. Vom Internationalen Hubschrauberuasbildungszentrum der Bundeswehr in Bückeburg waren Hauptmann Jörg Eggelmeyer und Hauptmann Frieder Rublack mit einer EC135 nach Gelnhausen geflogen und führten den leichten zweimotorigen Hubschrauber im Fluge vor. Nico Niebergall hatte die SIAI Marchetti SF260 aus Koblenz nach Gelnhausen geflogen. Die auffällig lackierte Einmot mit ihren neon-orangen Tiptanks, Seitenruder und Spinner ist seit Jahren auf Airshows im In- und Ausland zu sehen.

Das größte Flugzeug am Platz war die PBY Catalina aus Großbritannien. Die Besatzung ermöglichte (gegen eine Gebühr von 5 Euro für den Erhalt des Flugzeugs) den Besuchern sogar die Besichtigung des historischen zweimotorigen Amphibienflugzeugs von innen. Besatzungsmitglieder standen parat, um den Besuchern die zahlreichen Fragen zu beantworten. Die Gelegenheit zur Besichtigung wurde gut genutzt.

Die PBY Catalina aus Großbritannien war das größte Flugzeug auf der Flugplatzkerb 2019 in Gelnhausen. © V. K. Thomalla

Auch einigen Warbirds durften die Zuschauer ganz nahe kommen. Wilhelm Heinz hatte seine North American P-51D Mustang mit dem Spitznamen „Louisiana Kid“ im Zuschauerbereich abgestellt, so dass die Besucher das historische Jagdflugzeug ganz aus der Nähe betrachten und fotografieren konnten. Das Flugzeug ist seit 2013 in Deutschland beheimatet und auf vielen Airshows zu sehen.

Ein besonderes Highlight bildete die Hawker Hurricane Mark IV aus Antwerpen. Das Flugzeug gehört einem privaten belgischen Eigner, der den einmotorigen Fighter aus dem Zweiten Weltkrieg erst im vergangenen Jahr aus Kanada nach Belgien geholt hatte. In Gelnhausen zeigte sich die Hurricane sowohl im Static als auch im Flying Display.

Supermarine Spitfire, T-28 Trojan und T-6 Texan waren weitere Warbirds auf der Flugplatzkerb. Die Doppeldecker-Fraktion war durch Bücker 131 Jungmann, Bücker 133 Jungmeister, Boeing PT-17 Stearman, Pitts Special und de Havilland Tiger Moth ebenfalls prominent vertreten. Nicht zu vergessen in der Aufzählung ist die Antonow An-2, der größte Doppeldecker der Welt.

Doch nicht nur alte Flugzeuge waren aus die Flugplatzkerb gekommen. Der deutsche Robin-Vertreter Bollinger Aviation war mit einer DR401-120 in das Kinzigtal gekommen, Breezer Aircraft war mit einer Breezer Sport gekommen und JMB Aircraft präsentierte Interessenten eine VL3 Evolution.

Der Aero-Club Gelnhausen nutzte die Flugplatzkerb auch zur Nachwuchswerbung und zur Information von Anwohnern. Er zeigte seine Trainings- und Reiseflugzeuge wie die Aquila A210, die Uns vom Typ C42 und seine Segelflugzeuge, damit sich Interessenten ein Bild von der Vereinsflotte machen konnten.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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