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JU-Air will am 17. August wieder an den Start gehen

Die Untersuchungen zur Absturzursache der Ju 52 der JU-Air am vergangenen Samstag laufen auf Hochtouren. Die JU-Air, die den Flugbetrieb nach dem Unfall freiwillig ausgesetzt hat, strebt die Wiederaufnahme des Flugbetriebs für den 17. August an.

8.08.2018

Eine Ju 52 der JU-Air ist am Samstag, den 04. August 2018, in der Schweiz abgestürzt. © JU-Air

Die Unfallermittler der schweizerischen Staatsanwaltschaft und der schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) sind derzeit dabei, das Wrack der am Samstag in der Nähe des Piz Segnas abgestürzten Ju 52 zu sichten und Informationen zu sammeln, die Aufschluss über die Absturzursache geben könnten. Bei dem Unfall waren 20 Menschen ums Leben gekommen.

Die Unfallermittler werden nun unter anderem versuchen, auch die Kameras und die Mobiltelefone der Opfer auszuwerten, da die Radarabdeckung aufgrund der Topographie in dem Unfallgebiet nur sehr schlecht ist. Die Wracklage zeigt, dass das 1939 gebaute Flugzeug senkrecht auf den Boden aufschlug. Dies deckt sich mit den Augenzeugenberichten. Einige Zeugen haben ausgesagt, dass das Flugzeug vor der Passhöhe eine 180-Grad-Kurve eingeleitet habe und aus dieser Kurve heraus abgekippt und senkrecht abgestürzt sei. Die Unfalluntersucher ermitteln aber in alle Richtungen, um festzustellen, ob die an diesem Tag herrschende große Hitze, Fallwinde, technische Defekte oder andere Faktoren unfallursächlich sein könnten. Die Untersuchung kann noch Monate dauern, bis gesicherte Erkenntnisse vorliegen.

Einstellung des Flugbetriebs war freiwillig

Die JU-Air aus Dübendorf hatte nach dem Unfall sofort freiwillig ihren Flugbetrieb eingestellt. Nun arbeitet sie an der Rückkehr ihrer beiden verbliebenen flugfähigen Ju 52 an den Himmel.

Christian Gartmann, Sprecher der JU-Air, sagte in einem Interview mit dem Schweizer Rundfunk SRF: „Wir haben vor, am Freitag, den 17. August den Flugbetrieb wieder aufzunehmen. Es ist eine Diskussionsfrage, wie lange ist so eine Pause, wie lange soll man aussetzen? Es gibt keinen Hinweis, dass das Flugzeug ein technisches Problem gehabt hätte. Der 17. August, und das ist ganz wichtig zu unterstreichen, wird nur der erste Flugtag nach dem Unfall sein, wenn bis dahin nicht neue Fragen auftauchen oder neue Fragezeichen auftauchen würden, die die Sicherheit in Frage stellen. Wenn wir nicht ganz sicher sind, dass die Flugzeuge sicher betrieben werden können, starten wir sicher nicht.“

Die JU-Air steht in Kontakt mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). BAZL-Sprecher Urs Holderegger sagte gegenüber SRF: „Erste Erkenntnisse der SUST haben keine Hinweise darauf gegeben, dass technische Probleme zum Absturz der Maschine geführt haben. Nur wenn ein technisches Problem vorliegt, können wir ein Flugverbot verfügen.“

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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