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Letzter Flug der Breguet Atlantic der italienischen Marine

Die letzte Breguet BR 1150 Atlantic der italienischen Marine hat ihren letzten Flug absolviert: Ein Schwerlasthubschrauber vom Typ Ericsson SF-64F hat den Seefernaufklärer vom Stützpunkt Pratica di Mare ins Museum nach Vigna di Valle geflogen.

29.10.2018

Der Transportflug der Atlantic nach Vigna di Valle wurde von einem weiteren Helikopter begleitet. © Aeronautica Militare

Nachdem die italienische Marine ihre Seefernaufklärer vom Typ Breguet BR 1150 Atlantic im September des vergangenen Jahres offiziell außer Dienst gestellt hatte, flog das letzte Exemplar dieses Musters in italienischen Diensten am 22. November mit eigener Kraft noch vom Stützpunkt Sigonella auf Sizilien nach Pratica di Mare südlich von Rom. Dort war sie aber noch nicht am Endpunkt ihrer Reise angekommen, denn das Ziel des zweimotorigen Turboprop-Flugzeugs war das Luftwaffen-Museum Vigna di Valle am Braccianosee.

Der letzte Flug der Atlantic

Um dorthin zu gelangen, war es notwendig, die Atlantic zu demontieren, denn mit einer Leermasse von 24 Tonnen und einer Länge von 31,70 Metern war es nicht möglich, das Flugzeug per Landtransport zu seinem Bestimmungsort zu bringen. Die italienischen Luftstreitkräfte (Aeronautica Militare) baten die Forstbehörde um Unterstützung in Form eines Schwerlasthubschraubers vom Typ Erickson S-64F. Die Firma European Air Crane Company (EuAC) betreibt im Auftrag der Behörde mehrere S-64F als Löschhubschrauber. Sie sind aber auch in der Lage, außergewöhnliche Lasten bis zu einer Masse von rund neun Tonnen zu heben.

Demontage aller schweren Komponenten

Nach der Demontage der Tragflächen, des Leitwerks, der Triebwerke und aller schweren Systeme der Atlantic war die Zielmasse erreicht, und man konnte mit der Planung des nur etwa 60 Kilometer langen Fluges unter dem Helikopter beginnen. Die Aufnahme der Atlantic gelang problemlos und dann flog die S-64F mit ihrer unkonventionellen Fracht über dem Meer entlang der Küste nach Norden. Dann drehte sie nach Nordosten, um bebaute Regionen möglichst zu vermeiden. Nach einer halben Stunde Flugzeit setzte die Helikoptercrew die Atlantic punktgenau neben dem Helipad des Museums in Vigna die Valle ab.

Zur Begrüßung der Breguet im Museum übergab Brigadegeneral Charles Moscini, der Inspekteur der italienischen Marineflieger, einen symbolischen Schlüssel an den Museumsdirektor Oberstleutnant Adelio Roviti. „Die Atlantic reiht sich nahtlos in die Reihe der prestigeträchtigen Flugzeuge des Historischen Museums der Luftwaffe ein“, sagte General Moscini. „Die Einsatzgeschichte dieses Musters als U-Bootjäger und Seefernaufklärer ist unglaublich: über 45 Jahre standen sie im Dienst und haben insgesamt über 260.000 Flugstunden absolviert.“

Die erste Breguet BR 1150 Atlantic der italienischen Marine wurde am 27. Juni 1972 in Sigonella in Dienst  gestellt, 2017 wurde sie ausgemustert. Ihre Nachfolgerin, die Seeaufklärungsversion P-72A des Regionalverkehrsflugzeugs ATR 72, wurde schon im November 2016 ausgeliefert und diente für ein Jahr parallel zur Atlantic bei der 41° Stormo.
Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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