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Lufthansa Ju 52 ab Mai wieder auf Rundflug-Tournee

Die Ju 52 der Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung (DLBS) hat ihre eineinhalbjährige Zwangspause nach einem Holmbruch beendet und geht im Mai wieder auf Rundflug-Tournee in Europa. In der Saison 2018 sind 550 Flüge geplant.

Die Ju 52 der Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung geht 2018 wieder auf Rundflug-Tournee. © Joe Rimensberger/DLBS

Die Tante Ju der DLBS meldet sich „Ready for departure“: Die Betreiber der Ju 52 D-AQUI haben  den Flugplan des 82 Jahre alten Oldtimer-Flugzeugs online gestellt. Er enthält 550 Rund- und Streckenflüge in den meisten Regionen Deutschlands. Von Anfang Mai bis Ende Oktober erwarten die Betreiber mehr als 8.500 Passagiere.

Derzeit steht der dreimotorige Oldtimer noch im Winterquartier in einem Hangar der Lufthansa-Basis in Hamburg. Eine Techniker-Crew der DLBS macht den Veteranen der Lüfte dort fit für den Start in die neue Saison. Im April trainieren die Cockpit- und Kabinen-Besatzungen für die anstehen Flüge. Die ersten Fluggäste dürfen Anfang Mai in Dresden an Bord des Flugzeugs steigen.

Rundflug beim Hamburger Hafengeburtstag

Zu den Stationen der diesjährigen Rundflug-Tournee gehören der Hamburger Hafen­geburtstag sowie ein Besuch in Dessau, der „Geburtsstadt“ der Ju 52. In den Sommermonaten macht die Tante Ju auf zahlreichen Flugplätzen überall in Deutschland Station, von Köln, Essen und Dortmund im Westen bis Schönhagen und Strausberg bei Berlin im Osten, von Bremen und Lübeck im Norden bis Memmingen im Allgäu und Friedrichshafen am Bodensee. Dort steht am 11. und 12. August als weiteres Saison-Highlight ein Besuch bei den Do-Days des Dornier Museums in Friedrichshafen im Saison-Flugplan. Und am 6. und 7. Oktober holt die Ju 52 ihre fliegerischen Einsätze im österreichischen Salzburg nach, die in der Vorsaison aus Wettergründen abgesagt werden mussten.

Die Ju 52 hat seit ihrer Auslieferung von den Dessauer Junkers-Werken im April 1936 eine sehr bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Schon bald wurde das Flugzeug nach Norwegen verkauft, wo es – mit Schwimmern ausgestattet – mehrere Jahre lang für Flugverbindungen zwischen einzelnen Fjorden sorgte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Flugzeug eine Odyssee durch verschiedene Länder Süd- und Nordamerikas. In einem erbarmungswürdigem Zustand wurde sie von Lufthansa-Piloten zufällig auf einem Flugfeld im Süden der USA entdeckt. 1984 wurde sie von der Lufthansa gekauft und vom damaligen Besitzer über den Atlantik nach Deutschland geflogen.

Überraschend teure Restaurierung

Es folgte eine knapp zwei Jahre dauernde Restaurierung und Totalüberholung bei der Lufthansa Technik in Hamburg. Die wurde aufgrund des desolaten Zustands des Flugzeugs deutlich teurer als geplant, zumal von Anfang an von der Lufthansa geplant war, das Flugzeug für den gewerblichen Luftverkehr zuzulassen. Das in großen Lettern auf dem Rumpf und den Tragflächen lackierte Kennzeichen D-AQUI ist nicht das richtige Kennzeichen des Flugzeugs, sondern eine Reminiszenz an ein historisches Kennzeichen. In der Luftfahrzeugrolle des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) in Braunschweig ist die Ju 52 mit dem Kennzeichen D-CDLH eingetragen.

Das Cockpit der Ju 52 der Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung. © Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung

Unter den Fittichen der 1986 gegründeten DLBS meisterte die Tante Ju in den vergangenen gut drei Jahrzehnten tausende Rund- und Streckenflüge in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland. Anfang der neunziger Jahre gab sie auch ein viel beachtetes Gastspiel in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Als „Fliegendes Denkmal“ anerkannt

Kurz nachdem die Hamburger Kulturbehörde 2015 die D-AQUI als „fliegendes Denkmal“ anerkannt hatte, bremste ein Mittelholmbruch den Oldtimer aus. Doch das Expertenteam der DLBS nutzte die  Zwangspause zu einer Rundumerneuerung der alten Dame. Nun ist sie wieder bereit, ihren Passagieren ein einmaliges Flugerlebnis zu bieten.

Bob Fischer

Über Bob Fischer

Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.
Journaliste chez Aerobuzz.fr

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