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Schönhagen sagt Luftbrücke zum Anfassen ab!

Es sollte der Höhepunkt eines einmaligen Events werden: 38 historische Flugzeuge der Typen C-47 Dakota/DC-3 sollten im Minutenabstand von Faßberg nach Schönhagen fliegen wie seinerzeit während der Berliner Luftbrücke. Doch nun wurde die Veranstaltung in Schönhagen kurzfristig abgesagt.

30.05.2019

Über 35 DC-3 und C-47 Dakota sollten vom 15. bis zum 17. Juni in Schönhagen zusammenkommen. Nun wurde das Event in Schönhagen abgesagt. © Volker K. Thomalla

Die Flugplatzgesellschaft Schönhagen hat sich dazu entschlossen, das für den 15. bis 17. Juni geplante Event „Luftbrücke zum Anfassen“ im Rahmen der Aktion „Berlin Airlift 70“ kurzfristig abzusagen. Die meisten der zum Teil aus den Vereinigten Staaten kommenden DC-3/C-47 Dakota befinden sich aber schon in Europa, da sie an den Überflügen über den Stränden der Normandie am 6. Juni teilnehmen. Dort erinnern sie – auch durch das Absetzen von Fallschirmjägern in historischen Uniformen – an die Landung der Alliierten vor 75 Jahren.

Es ist geplant, von dort weiter nach Deutschland zu fliegen, um im Rahmen von Berlin Airlift 70 an das Ende der Luftbrücke vor 70 Jahren zu erinnern. Nun wurde ausgerechnet das Hauptereignis, nämlich die Landung in der Nähe von Berlin, in letzter Minute abgesagt.

Schönhagen sollte das Highlight werden

Die Flugplatzgesellschaft Schönhagen begründet ihre Absage mit einer Pressemitteilung mit folgendem Wortlaut: „Als die Vertreter des Fördervereins 70 Jahre Luftbrücke vor drei Jahren die ersten Gespräche zu dem geplanten Luftbrückenevent geführt hatten, waren alle Beteiligten von der Idee begeistert. Auch der Flugplatz Schönhagen sowie die in Berlin und Brandenburg zu beteiligenden Behörden hatten ihre Unterstützung zugesagt.

Wie bei jedem großen Ereignis ist ein Berg an organisatorischen Aufgaben zu bewältigen, erst recht, wenn große Zuschauermassen zu erwarten sind. Diese reichen vom Handling der Luftfahrzeuge, über Sicherheits- und Veranstaltungskonzepte bis hin zum Schutz der Natur und der Versorgung der Teilnehmer.

Da man für die Betreuung der historischen Flugzeuge einen funktionierten Flugplatz braucht, sollte der Flugplatz Schönhagen als technische Basis dienen, um von dort Flüge über Berlin und eventuelle Landungen auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof zu ermöglichen. Der Flugplatz Schönhagen war als einer der größten Verkehrslandeplätze Deutschlands schön häufig Schauplatz großer Veranstaltungen. Daher wollte man die ausländischen Gäste hier gebührend empfangen und den Kontakte zur Bevölkerung und den Flugzeugfans ermöglichen.

Leider sind dann viele gute Ideen in der Konzeptphase steckengeblieben. Notwendige und gesetzlich vorgeschriebene Anträge hat der Förderverein Luftbrücke nicht oder nicht fristgerecht gestellt, wichtige Konzepte wurden zu spät, unvollständig oder gar nicht erst eingereicht. Rund drei Wochen vor dem Luftbrückenevent war nicht mehr zu erkennen, dass das Ziel einer sicheren und geordneten Veranstaltung noch zu erreichen ist.

Am Ende standen die Verantwortlichen bei der Entscheidung, diesem Event zuzustimmen, zwischen der Vorfreude auf ein einmaliges Ereignis und der Verantwortung für ein reibungsloses Gelingen, ohne dass Dritte zu Schaden kommen.

Nachdem der Veranstalter mitgeteilt hat, dass er die Auflagen einer öffentlichen Veranstaltung nicht erfüllen kann, musste auch der Flugplatz Schönhagen seine Teilnahme schweren Herzens absagen.“

In welcher Form diese Entscheidung nun die anderen Events im Rahmen von Berlin Airlift 70 in Wiesbaden und Faßberg betrifft, ist noch nicht bekannt.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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