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Schweizer Armee hat mit Bergung der C-53 begonnen

Der Gauligletscher in den Schweizer Alpen hat in diesem heißen Sommer einen großen Teil der 1946 verunglückten Douglas C-53 freigegeben. Die Schweizer Armee hat am Montag mit der Bergung der Wrackteile begonnen.

19.09.2018

In der Schweiz hat die Bergung der vor über 70 Jahren auf dem Gauligletscher verunglückten Douglas C-53 begonnen. © Peter Brotschi

Das Unglück der von der US Army Air Forces (USAAF) betriebenen Douglas C-53 im November 1946 in der Schweiz gilt als die Geburtsstunde der Luftrettung im Gebirge. Die mit zwölf Menschen besetzte zweimotorige Transportmaschine hatte sich bei einem Flug von München nach Marseille bei schlechtem Wetter im Gebirge verflogen und war auf 3.550 Meter Höhe in ein Schneefeld auf dem sanft ansteigenden Gauligletscher geflogen. Alle Insassen hatten die unsanfte Landung überlebt.

Eine groß angelegte Suchaktion brachte aber zunächst kein Ergebnis, obwohl Funkkontakt mit dem verunglückten Flugzeug bestand. Der Pilot hatte den Unfallort in den französischen Alpen vermutet.

Geburt der Gebirgsrettung aus der Luft

Zwei Tage nach dem Unfall fiel dem Kommandanten des Schweizer Militärflugplatzes die gute Empfangsqualität der Funksprüche auf. Eine Ortung ergab, dass das Flugzeug in der Schweiz liegen müsste. Daraufhin wurde auch über der Schweiz gesucht, und die C-53 auf dem Gauligletscher gefunden. Mit zwei Fieseler Storch, die neben dem Wrack landeten, gelang die Bergung aller zwölf Insassen. Das war die Geburtsstunde der Hochgebirgsrettung aus der Luft.

Der Gauligletscher gab in diesem Jahr große Teile des C-53-Wracks frei. © Eidgenössisches Department für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Das C-53-Wrack schneite zu und wurde vom Gletscher bedeckt. Ab und zu gab der Gletscher Teile des Wracks frei. In diesem Sommer, der außergewöhnlich lang und heiß war, traten jedoch große Wrackteile aus dem Schnee hervor – rund vier Kilometer vom damaligen Unglücksort entfernt. Am Montag hat das Gebirgsdetachement der Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern mit der Bergung der Teile begonnen. „Wir haben einen Motorblock mit dem Propeller gefunden, einige Teile vom Flügel und viel Kleinmaterial, Blechteile, Holzteile und auch Wolldecken“, sagte Fritz Teuscher, der Leiter des Gebirgsdetachement. Allerdings sind nicht alle Sektionen des Flugzeugs aufzufinden. Das Cockpit ist wohl noch im Gletscher verborgen.

Die historisch wertvollen Teile des Wracks könnten nun eine Dauerausstellung in Innertkirchen bereichern, in der bereits ein 2012 gefundener Propeller der C-53 zu sehen ist. Fritz Teuscher sagte am Montag, dass die Flugzeugreste in der Schweiz blieben, da die Amerikaner das Flugzeug der Eidgenossenschaft geschenkt hätten.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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