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Super Connie benötigt 17 Millionen Euro für die Reparatur

Die Schweizer Super Constellation kann wieder fliegen, aber der Aufwand dafür ist enorm. Die Mitglieder der Super Constellation Flyers Association (SCFA) haben sich für eine Fortführung des Projekts entschieden, wohl wissend, dass ihnen eine Herkules-Aufgabe bevorsteht.

25.02.2019

Die Flügelholme der Schweizer Super Constellation müssen untersucht werden, so dass derzeit völlig unklar ist, ob und wann das Flugzeug wieder fliegen wird. © Paul Kaps

Hans Breitenmoser, der Präsident der schweizerischen Super Constellation Flyers Association (SCFA), hat sich nach der Mitgliederversammlung des Vereins Mitte Februar in einem Schreiben an die Öffentlichkeit gewandt, um über den Stand der Dinge beim viermotorigen Airline-Veteranen zu informieren. Er macht den Freunden des Flugzeugs Hoffnung: „Unsere Connie kann wieder fliegen! Das ist die gute Nachricht. Aber dafür braucht es Geld und Geduld. Viel Geld und viel Geduld.“

Im Januar hat sich der Vorstand des SCFA getroffen, um über die Zukunft des Flugzeugs und des Vereins zu diskutieren, denn die im November 2018 entdeckten Absplitterungen am Vorderholm des rechten Flügels seien ein harter Tiefschlag für das Projekt gewesen, so Breitenmoser. Die Absplitterungen seien eine Folge der Nutzung und des Alters der Connie. Es seien typische Alterserscheinungen. Es sei unausweichlich, dass bei Flügel komplett auseinandergenommen würden, kontrolliert und allenfalls saniert werden müssten, so der Präsident.

Ohne Reparatur kein Permit-to-fly

Ohne die Flügelsanierung sei es aussichtslos, ein Permit-to-fly zu erhalten. Allerdings ist die Inspektion der Tragflächen aufwendig und kostspielig. Die SCFA schätzt die Dauer der kompletten Sanierung auf „voraussichtlich vier Jahre“ und die Kosten auf 15 bis 20 Millionen Schweizer Franken (ungefähr 17 Millionen Euro) inklusive Hangarmiete und Arbeit.

Der Verein will mit den Sanierungsarbeiten erst beginnen, wenn der komplett benötigte Betrag sichergestellt sei. Ein Abbruch der Reparaturen nach ein, zwei Jahren sei ein „No Go“.

Die SCFA will ihre Super Constellation wieder in die Luft bringen. Das Bild zeigt das Flugzeug bei der Paris Air Show 2011. © Paul Kaps

Bei der Mitgliederversammlung stimmten die Vereinsmitglieder über die weitere Vorgehensweise ab. Es wurde intensiv diskutiert, auch über Alternativen zur Reparatur wie ein Verkauf oder ein Verschrotten des Flugzeugs. Aber diese Alternativen wurden verworfen. Man war sich einig, dass unter allen Umständen versucht werden müsse, das Schweizer Connie-Projekt weiterzuführen. Nun will man alle Möglichkeiten ausloten, um das erforderliche Geld zusammen zu bekommen. „Fly Connie, fly“, dieses Motto sei nun aktueller denn je, schließt Breitenmoser sein Schreiben.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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