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Transall ist in der Flugwerft Schleißheim gelandet

Die Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums ist um eine Attraktion reicher: Eine C-160 Transall bildet nun das größte Ausstellungsstück. Der zweimotorige Transporter war die meiste Zeit seiner aktiven Dienstzeit beim LTG 61 in Penzing beheimatet.

19.11.2018

Am 18. Oktober 2018 landete die C-160 Transall auf dem Flugplatz Schleißheim, wo sie künftig in der Ausstellung der dortigen Flugwerft zu sehen sein wird. © Deutsches Museum

Am 18. Oktober um genau 11.08 Uhr setzte die C-160 Transall mit dem Kennzeichen 50+64 auf dem Flugplatz in Schleißheim auf. Ihre letzte Landung auf der Piste des Flugplatzes Schleißheim vor den Toren Münchens war eine Bilderbuchlandung bei Traumwetter. Die Luftwaffe hatte den zweimotorigen Transporter für 45.000 Euro an das Museum verkauft. Dort wird er künftig als das größtes Exponat der Luft- und Raumfahrtsammlung ausgestellt.

Die 1970 gebaute C-160 Transall ist das größte Ausstellungsstück in der Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums. © Deutsches Museum

„Es lief alles wie am Schnürchen“, freute sich der Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang M. Heckl „So einen großen Neuzugang hat man ja nicht alle Tage.“  Die 48-jährige C-160 wurde von den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW) in Lemwerder in Norddeutschland gebaut, und war die längste Zeit ihrer aktiven Dienstzeit beim Lufttransportgeschwader (LTG) 61 in Penzing stationiert. Als der Fliegerhorst im vergangenen Jahr geschlossen und das LTG 61 aufgelöst wurde, verließ die 50+64 als letztes Flugzeug den Standort. Das letzte Dienstjahr hatte das Flugzeug beim LTG 62 in Hohn in Schleswig-Holstein verbracht.

Nun erwartet sie – wie einige andere Exemplare ihres Musters – eine museale Karriere. Phillip Berg, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Moderne Luftfahrt am Deutschen Museum, koordinierte die Übergabe des Transporters an die Flugwerft Schleißheim. „Wir freuen uns schon sehr auf diesen wirklich großen und ganz großartigen Neuzugang“, sagte Heckl. „Jetzt können wir unseren Besuchern dauerhaft diesen spektakulären Anblick bieten.“

Museale Karriere in der Flugwerft

Doch nach der Landung musste die C-160 von den Luftfahrzeugtechnikern des Instandsetzungszentrums 11 aus Penzing so umgebaut werden, dass sie nie wieder fliegen wird. Die Penzinger Soldaten und zivilen Mitarbeiter haben 146 Inspektionen an der C-160 abgeschlossen und 39 Transall ausgeschlachtet – was bei der Luftwaffe „Hochwertteilegewinnung“ genannt wird. Sie haben auch insgesamt 17 Transall für die Ausbildung beziehungsweise für die Ausstellung in Museen aufbereitet.

Neben dem Ablassen der Betriebs- und Schmiermittel wurden die Avionik, der Flugschreiber und die Zündbox ausgebaut. Weitere Teile, die noch für andere C-160 der Bundeswehr benötigt werden können, wie die Servozylinder für die Höhen-, Seiten- und Querruder wie auch der Druckluftanlasser, die Hochdruckkraftstoffpumpe und der Propellerregler der Triebwerken, wurden entfernt. Um die Ruder dennoch dauerhaft stabil zu halten, ersetzten die Techniker die Zylinder durch starre Stangen. Dadurch werden die Ruder fest in einer geraden Position gehalten, ohne später im Wind zu schlagen oder herunter zu hängen.

Nach Abschluss aller Arbeiten übergaben Stabsfeldwebel Jochen Fröschle und Oberfeldwebel Kai Knothe die Unterlagen des Flugzeugs an Dr. Robert Kluge und Phillip Berg vom Deutschen Museum. Mit der Übergabe der Unbedenklichkeitserklärung und des Gefahrstoffberichts ging die 50+64 endgültig in die Verantwortung des Deutschen Museums über.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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