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Textron Aviation hat ein duales Ausbildungssytem eingeführt

Textron Aviation bildet die nächste Generation ihrer Produktionsmitarbeiter in Kooperation mit der lokalen Universität WSU in einem dualen Ausbildungssystem selber aus. Ungewöhnlich für das jetzt eingeführte System: Die Auszubildenden erhalten während der zweijährigen Ausbildung ein Gehalt. 

11.03.2020

Maggie Topping, Personal- und Kommunikationsvorstand bei Textron Aviation hat am 10. März 2020 das neue Ausbildungssystem des Herstellers vorgestellt. © WSU

Auch wenn derzeit aufgrund der Coronavirus-Krise Airlines ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit oder unbezahlten Urlaub schicken, heißt das nicht, dass die Branche nicht auch in Zukunft eine ausreichende Anzahl an qualifizierten Mitarbeitern sucht. Mittel- und langfristig muss sich die Aerospace-Industrie nämlich mit dem Problem herumschlagen, nicht genügend Menschen für eine Tätigkeit in der Branche zu begeistern. Das Problem ist nicht lokal oder national begrenzt, sondern ist weltweit vorhanden, auch wenn die aktuelle Krise des derzeit überdeckt.

Der Flugzeughersteller Textron Aviation geht deshalb nun einen für ein in den USA ansässiges Industrieunternehmen ungewöhnlichen Weg. Das in Wichita im US-Bundesstaat Kansas beheimatete Unternehmen führt ein duales Ausbildungssystem ein, welches stark an das deutsche Ausbildungssystem mit einer theoretischen Ausbildung in einer Berufsschule und einem praktischen Ausbildungsanteil im Job erinnert.

Partnerschaft mit der WSU und der IAMAW

Maggie Topping, Personal- und Kommunikationsvorstand bei dem Flugzeughersteller, präsentierte das neue Ausbildungskonzept gestern bei einer Pressekonferenz in Wichita. Als Partner für das Programm hat der Hersteller die Universität WSU Tech (Wichita State University) sowie die Gewerkschaft IAMAW (International Association of Machinists and Aerospace Workers) gewinnen können.

Die Ausbildung erstreckt sich über zwei Jahre und ist die erste dieser Art in Kansas. Schwerpunkt der ersten Ausbildung des ersten Kurses ist der Entwurf, der Bau und die Wartung von Produktionswerkzeugen. Das Programm umfasst alle Arten von Spezialwerkzeugen bis hin zu großen Vorrichtungen, auf denen ganze Baugruppen zusammengefügt werden. Ungewöhnlich für ein Unternehmen der Region ist auch, dass Textron Aviation den Programmteilnehmer nicht nur ein Vollzeitgehalt zahlen und für Sozialleistungen aufkommen, sondern auch die Studiengebühren und Gebühren an der WSU Tech übernehmen.

„Textron Aviation engagiert sich seit langem für den Aufbau von Bildungs- und Gemeindepartnerschaften, die sowohl dem Unternehmen als auch der Region zugute kommen, insbesondere bei der Entwicklung gut bezahlter, qualifizierter Arbeitskräfte, die uns unseren Vorteil in einem sehr wettbewerbsintensiven, globalen Markt sichern“, sagte Maggie Topping bei ihrer Ansprache, bei der auch die Gouverneurin von Kansas, Laura Kelly, anwesend war. „Durch das neue Ausbildungsprogramm mit der WSU Tech werden unsere Auszubildenden von einem fortschrittlichen Lehrplan profitieren, der speziell für dieses Programm entwickelt wurde, und sie werden on-the-job von unseren hochqualifizierten Handwerkern lernen.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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