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Air Hamburg bedient jetzt Langstrecken mit Falcon 7X

Air Hamburg hat eine Dassault Falcon 7X übernommen und bietet seinen Kunden damit erstmalig ein Langstreckenflugzeug zum Chartern an. Die Flotte des Executive-Charterunternehmens soll bis Anfang nächsten Jahre auf 29 Business Jets wachsen. 

26.11.2018

Air Hamburg hat Mitte November ihre erste Dassault Falcon 7X übernommen. © Air Hamburg

Das Luftfahrtunternehmen Air Hamburg hat Mitte November ein weiteres Muster in die Flotte aufgenommen: Mit der Dassault Falcon 7X bedient das Executive-Charterunternehmen das Langstreckensegment. Air Hamburg hat die Falcon 7X als Gebrauchtflugzeug von Dassault Aviation gekauft. Der Jet hat vor der Übergabe noch einen C-Check durchlaufen.

Bis Anfang 2019 wächst die Flotte des Unternehmens auf insgesamt 29 Flugzeuge an, so Mike Ulka, Prokurist bei Air Hamburg und First Officer auf der Embraer Legacy. Neben der Falcon 7X wird sie dann 15 Embraer Legacy 600/650/650E, acht Cessna Citation XLS+, zwei Phenom 300 und drei Cessna Citation CJ umfassen. Damit ist Air Hamburg eines der größten in Deutschland tätigen Executive-Charterunternehmen. Die Falcon 7X hat eine Reichweite von 5.940 nautischen Meilen (11.000 Kilometer) und übertrifft damit die Reichweite Embraer Legacy 650E um 2.140 nautischen Meilen (4.000 Kilometer). „Zusätzlich begeistert uns die Perfomance dieses dreistrahligen Jets, der bei transatlantischen Flügen nicht durch ETOPS-Bestimmungen eingeschränkt ist, sondern in Abhängigkeit der Winde immer den Großkreis fliegen kann“, sagt Mike Ulka.

Betrieb nach dem Floating Base-Modell

Ob es weitere Anschaffungen im Bereich der Langstreckenjets geben wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Mike Ulka sagte: „Wir befinden uns in einer Projektphase, die ein Jahr andauert, in der wir Nachfrage/Zuverlässigkeit und Kosten genau analysieren. Wenn die Auswertung wie erwartet zu einem positiven Ergebnis kommt, dann ist weiteres Wachstum in diesem Flottenbereich geplant.“

Die Falcon 7X wird aber – wie alle anderen Flugzeuge des Unternehmens – nicht aus Hamburg heraus betrieben. „Wir verfolgen ein Floating Base-Modell“, sagt Ulka. „Dies bedeutet, die Maschine bleibt dort stehen, wo der letzte Passagier von Bord gegangen ist. In unserem Sales Tool Avinode wird dann die Verfügbarkeit der Maschine den Brokern angezeigt, so dass Anschlussaufträge mit minimaler Ferryzeit verkauft werden können. Die Flüge sind meist schon am Vortag verkauft, so dass wie bei Linienfluggesellschaften die Maschinen mit Short Turnaround geplant werden. Häufig bleibt der Crew nur 60 Minuten Zeit  bis zur Ankunft der Folgepassagiere.“

Air Hamburg schult die Crews für die Falcon 7X bei CAE in Burgess Hill südlich von London. Der Prototyp der Falcon 7X hatte seinen Erstflug am 5. Mai 2005 absolviert. Zwei Jahre später, am 27. April 2007, wurde das neue Muster von der europäischen Flugsicherheitsagentur EASA und der US-Luftfahrtbehörde FAA zeitgleich zugelassen. Bislang hat Dassault 284 Flugzeuge dieses Typs an Kunden übergeben.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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