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An-124 bringt havarierte Challenger 604 nach Nürnberg

Die in Nürnberg beheimatete FAI Aviation Group hat eine Challenger 604 gekauft, die im Januar dieses Jahres bei einem Zwischenfall über dem Arabischen Meer irreparabel beschädigt worden war. Im Frachtraum einer Antonow An-124 trat der Business Jet seine letzte Reise an.

31.12.2017

Eine An-124 transportierte die havarierte Challenger 604 von Muscat nach Nürnberg. © FAI Aviation Group

Am 7. Januar 2017 erwischte es die Bombardier Challenger 604 mit dem Kennzeichen D-AMSC quasi aus heiterem Himmel. Kurz nachdem der zweistrahlige Business Jet über dem Arabischen Meer den Flugweg eines 1.000 Fuß über ihm fliegenden Airbus A380 gekreuzt hatte, wurde das Flugzeug durch die Wirbelschleppen mehrfach herumgeschleudert. Ein Triebwerk fiel aus, der Jet verlor 9.000 Fuß an Höhe, bevor die Besatzung das Flugzeug wieder in den Griff bekam. Sie erklärte Luftnotlage und führte in Muscat im Oman eine Notlandung durch. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung untersuchte den Unfall, und die EASA gab ein Sicherheitsbulletin zu Wirbelschleppen heraus.

Der Jet wurde irreparabel beschädigt

Bei dem Unfall war das Flugzeug Kräften von bis zu 3,5 g ausgesetzt. Der Hersteller des Flugzeugs, Bombardier Business Aircraft, stellte nach einer Untersuchung des Jets in Muscat fest, dass er irreparabel beschädigt war.

Die in Nürnberg ansässige FAI Aviation Group kaufte das Flugzeug von dem Betreiber MHS Aviation, nachdem es von den Untersuchungsbehörden freigegeben worden war. Am 19. Dezember Transport der havarierte Jet seine letzte Reise an. Sie führte von Muscat zum Albrecht-Dürer-Airport in Nürnberg. Dort wird das Flugzeug zerlegt.

Die FAI Aviation Group hat den Rücktransport der Challenger 604 organisiert. © FAI Aviation Group

Für den Transport in einer gecharterten Antonow An-124 entferntenTechniker der FAI Technik die Tragflächen und das Leitwerk, damit die Challenger in den Frachtraum des russischen Transporters passt.

Die FAI Aviation Group betreibt mit 23 Flugzeugen die größte Business Jet-Flotte Deutschlands.  Das größte Flugzeug des Unternehmens ist ein Airbus ACJ319, der in 2017 zur Flotte stieß. 2016 haben diese Flugzeuge über 13.000 Flugstunden absolviert.

 

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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