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Citation Longitude jetzt mit vorläufiger Musterzulassung

Textron Aviaton hat das Ziel, seinen neuen Business Jet, die Citation Longitude, noch im Jahr 2018 zuzulassen geschafft. Allerdings hat die FAA dem zweistrahligen Flugzeug bislang nur eine vorläufige Musterzulassung erteilt.

21.12.2018

Die Cessna Model 700 Citation Longitude hatte am 20. Dezember 2018 ihre vorläufige Musterzulassung erhalten. © Volker K. Thomalla

Am 20. Dezember 2018 hat die US-Luftfahrtbehörde FAA der Cessna Model 700 Citation Longitude die vorläufige Musterzulassung (Provisional Type Certificate/PTC) erteilt. Damit hat Textron Aviation ein neues Flaggschiff im Portfolio, denn die Citation Longitude ist der bislang größte Business Jet aus dem Hause des Herstellers aus Wichita. Und mit einer Reichweite von 3.500 nautischen Meilen (6.482 Kilometer) verfügt der Geschäftsreisejet auch über die größte Reichweite aller Citations. Die Nutzlast bei vollen Tanks beträgt 726 Kilogramm.

Cessna Model 700 Citation Longitude

Die PTC erlaubt es künftigen Betreibern des Musters, bereits jetzt mit der Flugausbildung auf dem Flugzeug zu beginnen. Die ersten Auslieferungen sollen Anfang nächsten Jahres nach der Erteilung der endgültigen und uneingeschränkten Musterzulassung erfolgen.

1.650 Flüge, 4.050 Flugstunden Erprobung

Im Rahmen der Flugerprobung und der Nachweisflüge für die Zulassung haben die Textron-Testpiloten mit den fünf in das Programm eingebundenen Flugzeugen 4.050 Stunden erflogen und 1.650 Flüge absolviert. Die erste Citation Longitude war im Oktober 2016 zu ihrem Jungfernflug gestartet.

Der Super Midsize Jet bietet seinen Nutzern eine Kabine für bis zu zwölf Passagiere. Die 7,67 Meter lange Kabine bietet mit 1,83 Meter Stehhöhe und ist 1,96 Meter breit. Die Kabinendruckhöhe entspricht in Reiseflughöhe einer Höhe von 5.950 Fuß (1.814 Meter), was das Reisen für die Passagiere weniger ermüdend macht. Außerdem sei die Kabine die leiseste ihrer Klasse, so der Hersteller.

Im Cockpit hat Textron Aviation das Garmin G5000-Avionikpaket integriert. Die flugrelevanten Informationen werden auf drei Bildschirmen mit jeweils 36 cm-Bildschirmdiagonale dargestellt. Die Dateneingabe in das System kann über vier kleinere Touchscreen-Controller erfolgen. Das Cockpit der Longitude verfügt über das neue Head-up-Display GHD 2100 von Garmin und bietet der Besatzung unter anderem auch eine Auto-throttle-Funktion bei der Triebwerksbedienung. Ein zentrales Maintenance-Diagnose-System überwacht das Flugzeug und seiner Parameter in Echtzeit und sendet die Daten – sofern die optionale Satellitenkommunikation GSR56 eingebaut ist – in Echtzeit an die Wartungsbasis. Ohne Satellitenverbindung überträgt das System nach der Landung die Daten per WiFi automatisch an die Wartungsbasis.

Der Hersteller hatte das Longitude-Programm im Jahr 2012 gestartet, zunächst mit dem Safran Silvercrest-Turbofan als Antrieb. Allerdings führten technische Probleme und Verzögerungen mit dem Antrieb dazu, dass Textron Aviation antriebsseitig auf das Honeywell HTF7700L wechselte. Dadurch verlor die Longitude rund 500 nautische Meilen an Reichweite, und der Zulassungzeitplan war nicht mehr zu halten.

Textron die Zulassung schon für Ende 2017 angestrebt. Allerdings gab es in der Folgezeit einen Konflikt mit der US-Luftfahrtbehörde FAA in Bezug auf die Auslegung der Vorschriften für die Sicherheit von Treibstofftanks. Dieser Konflikt ist bislang noch nicht gelöst und könnte die endgültige Zertifizierung weiter verzögern.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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