Homepage » Business Aviation » Citation XLS-Cockpit-Nachrüstung auf der Zielgeraden

Garmin International gibt bei der Nachrüstung der Cessna Citation 560 Excel und XLS mit dem G5000-Cockpit Gas. Mit einem zweiten Testjet beschleunigt das Unternehmen die Zulassungsflüge, die Anfang nächsten Jahres abgeschlossen werden sollen. Die ersten 25 Umrüstungen sind schon verkauft, deshalb legt das Unternehmen ein zweites Incentive-Programm auf.

4.11.2018

Mit dem Garmin G5000 erhält die Cessna Citation XLS drei große Farbbildschirme. © Garmin

Rund 600 Business Jets der Typen Cessna 560 XLS und Excel können ein zweites Leben erhalten, wenn sie neue Avionik erhalten. Garmin International bietet eine solche Maßnahme an. Das Avionikunternehmen aus Olathe im US-Bundesstaat Kansas integriert sein Avionikpaket G5000 in die Jets und bringt sie damit avionikseitig auf den neuesten Stand der Technik.

Eine zweite XLS hilft bei der Zulassung

Erst kürzlich hat Garmin einen zweiten Jet mit dem Garmin G5000 ausgerüstet, um die für die Zulassung erforderlichen Nachweisflüge zügig abschließen zu können. Garmin arbeitet bei der Modernisierung des Flugzeugs mit Textron Aviation zusammen. Mit der Zertifizierung des Nachrüstpakets durch die US-Luftfahrtbehörde FAA rechnet das Unternehmen für Anfang des Frühjahrs.

„Die Flugerprobung im Rahmen der Entwicklung verlief völlig glatt. Wir haben über 125 Flugstunden und Tausende von Stunden auf verschiedenen Prüfständen absolviert“, sagte Grant Wittenborn, der leitende Testpilot bei Garmin für dieses Programm. „Das neue Cockpit bringt die Fähigkeiten dieses Flugzeugs wirklich auf den neuesten Stand gebracht. Wir freuen uns nun darauf, von der Entwicklungsphase in die Zulassungsphase der Flugerprobung überzutreten.“

Garmin hat eine zweite Cessna Citation XLS in das Erprobungsprogramm für die Nachrüstung des Musters mit dem Garmin G5000-Cockpit eingebunden. © Garmin

Garmin hatte als Incentive für XLS- und Excel-Besitzer einen Preisnachlass für die ersten 25 Eigner angeboten, die eine Umrüstung in Auftrag geben. Das Paket erwies sich als so erfolgreich, dass es innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war. Nun hat Garmin ein zweites Incentive-Paket für 15 Eigner aufgelegt, die noch vor Erteilung der Ergänzenden Musterzulassung (STC) die G5000-Umrüstung in Auftrag geben. Dadurch sparen sie im Vergleich zu einer späteren Beauftragung rund 25.000 US-Dollar (22.000 Euro). Sie erhalten dann die Modernisierung ihrer XLS beziehungsweise Excel noch im Jahr 2019.

Mit dem G5000 erfüllen die umgerüsteten Jets die neuen Ausrüstungsanforderungen der Flugsicherung. Besitzer müssen sich dann auch keine Sorgen mehr über Ersatzteile machen, die nicht mehr hergestellt werden. Bei der Avionik der älteren Jets werden ja zum Teil Elektronik-Komponenten verwendet, die nicht mehr hergestellt werden.

Gewichtsersparnis von 90 Kilogramm

Mit der Umrüstung auf das G5000 ersetzen drei große Displays die bisherigen Instrumente. Auf den drei Bildschirmen erhalten die Piloten alle für den Flug wichtigen Informationen angezeigt: Landkarten, Anflugkarten, Checklisten, die Informationen des TAWS (Terrain Awarness and Warning System), des TCAS (Traffic Collision Avoidance System), die aktuelle Flugplanung, aktuelle Wetterdaten und vieles mehr.
Die neue Elektronik ist deutlich leichter als die alten Bildschirme und Rechner in der XLS beziehungsweise Excel: Durch den Einbau des G5000 sinkt die Leermasse der Flugzeuge um bis zu 90 Kilogramm!
Zum G5000 gehört auch ein digitales Automatic Flight Control System (AFCS) mit einem Emergency Descent Modus, der das Flugzeug bei einem plötzlichen Druckverlust automatisch auf eine niedrigere Flughöhe bringt. Weitere Sicherheitsfeatures des G5000 sind: Underspeed protection (USP) – die ist allerdings optional – die verhindert, dass das Flugzeug unter die Mindestfluggeschwindigkeit kommt, sowie Coupled Go-Arounds.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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