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Auf der ILA 2018 hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Kaufvertrag für eine Dassault Falcon 2000LX unterschrieben.

26.04.2018

Das DLR hat im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Kaufvertrag über eine Dassault Falcon 2000LX unterzeichnet. © Dassault Aviation

Der französische Aerospace-Konzern Dassault Aviation hat heute auf der ILA 2018 in Berlin einen Auftrag vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für eine neue Falcon 2000LX erhalten. Die Unterschrift wurde im Beisein der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel geleistet. Der Vertrag umfasst die Lieferung des zweistrahligen Business Jets sowie dessen Umbau zu einem Testflugzeug, mit dem neue Systeme und Technologien im Flug erprobt werden können. Das Akronym für dieses Flugzeug iSTAR ist aus der englischen Bezeichnung des Programms „inflight Systems and Technology Airborne Research vehicle“ abgeleitet.

Flugerprobung noch vor dem Erstflug

Die Falcon 2000LX wird das DLR in die Lage versetzen, die Flugeigenschaften von neuen Luftfahrzeugentwürfen lange vor dem realen Erstflug des Musters im Flug zu testen, „egal ob diese Luftfahrzeuge bemannt oder unbemannt, real oder virtuell sind“, teilt der Hersteller mit. Das DLR plant, die Falcon 2000LX für Testkampagnen in den Bereichen Aerodynamik, Aeroelastizität, Strukturdynamik, Antriebe, Flugsteuerung und Flugführung einzusetzen.
Bei dem Flugzeug, welches die DLR jetzt gekauft hat, handelt es sich um ein Testflugzeug des Musters, mit dem Dassault die Flugerprobung absolviert hatte. Es wird in einem ersten Schritt in Bordeaux-Mérignac zu einem gewöhnlichen Testflugzeug umgebaut. Die Arbeiten daran sollen Mitte 2020 abgeschlossen sein.
In zwei weiteren Umbauschritten wird Dassault die Falcon weiter modifizieren, bis die vollständige iSTAR-Funktionalität erreicht ist. Dazu versieht Dassault das Flugzeug mit zusätzlichen Steuerflächen, einem experimentellen, digitalen Flugsteuerungssystem, einem EASy II-Cockpit mit EVFS, einem Head-Up-Display von Rockwell Collins und einem Falcon Sphere Electronic Flight Bag. Der Abschluss der Modifikationen soll Mitte der 2020-er Jahre geschafft sein.

Spezielle Partnerschaft mit Dassault

 “Dassault erlaubt dem DLR einen Zugang zu seinem internen Entwicklungs-Know-how und der reichen Erfahrung auf dem Gebiet der Aerodynamik, sagte Pascale Ehrenfreund, die Vorsitzende des DLR. Sie sagte, das DLR und Dassault verbinde eine besondere Partnerschaft. “Die Falcon 2000LX verfügt über die Flugleistungen und die Sicherheitsreserven, die wir bei einem Forschungsflugzeug benötigen. Sie verstärkt unsere Fähigkeiten, interdisziplinäre Forschungsprojekte im gesamten System ‚Luftfahrt‘ durchzuführen.“
Ein Teil der Forschungsflugzeuge des DLR ist auf der ILA 2018 in Berlin ausgestellt. Im Vordergrund eine Falcon 20, die das DLR seit 1976 einsetzt. © V. K. Thomalla

Die modifizierte iSTAR-Falcon wird am Forschungsflughafen in Braunschweig stationiert. Sie soll anderen europäischen Forschungsinstitutionen und Herstellern sowie Zulieferern ebenfalls für Tests zur Verfügung stehen. Zur heutigen Forschungsflotte des DLR gehören unter anderem ein Airbus A320, eine Falcon 20, eine Gulfstream GV, eine Cessna Caravan und ein Forschungshelikopter vom Typ EC135.

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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