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Deutsche Telekom bietet nun auch Inflight-Connectivity an

Das European Aviation Network (EAN) ist ein neues System, das Internetverbindungen mit hoher Bandbreite in Europa ermöglicht. Die Deutsche Telekom hat das System zusammen mit Inmarsat, Nokia und Thales aufgebaut und getestet. Mit der IAG Group haben sie auch einen ersten Kunden gefunden.

15.04.2018

Die Cessna Citation II des Dutch NLR hat die Empfangsqualität des EAN in Europa getestet. © Dutch NLR

Das European Aviation Network (EAN) ist ein System, das die Internetverbindung mit Luftfahrzeugen im Flug über Europa sicherstellt. Die Deutsche Telekom hat es zusammen mit Inmarsat, Thales und Nokia seit 2015 entwickelt und aufgebaut. Es ist nun einsatzbereit. Mit der IAG Group, zu der die Fluggesellschaften British Airways, Vueling und Iberia gehören, hat das Betreiberkonsortium auch schon einen ersten Kunden gewonnen.

298 LTE-Masten garantieren europaweite Abdeckung

Das EAN ist ein Hybridsystem. Die Nutzer empfangen die Daten einerseits über einen der insgesamt 298 in Europa aufgestellten LTE-Funkmasten, aber andererseits in Gebieten ohne ausreichende Abdeckung per S-Band-Satellit. Die Abstrahlungscharakteristik der LTE-Masten gewährleistet, dass die Antennen der Masten ausschließlich von Luftfahrzeugen genutzt werden können. Die momentan erzielte Bandbreite liegt bei 75 Mbit/s. Bei Bedarf können weitere Masten hinzugefügt werden.

Für den Empfang der Signale kommen zwei Antennen pro Flugzeug zum Einsatz: Eine unter dem Rumpf und eine auf dem Rumpf. Das EAN-Konsortium testete das System an Bord der Cessna Citation II der niederländischen Luftfahrt-Forschungseinrichtung Dutch NLR sowie an einer Falcon 20. In den vergangenen neun Monaten war die Citation II rund 150 Flugstunden für die Messkampgange in der Luft. An Bord der Flugzeuge loggen sich die Passagiere per WLAN in das Netz ein und können online gehen.

Thorsten Robrecht (Nokia), Rolf Nafziger (Telekom) und Frederik van Essen (Inmarsat Aviation) zeigen die EAN-Antennen für das Flugzeug. © Deutsche Telekom

„Mit der Fertigstellung des ersten europaweit integrierten LTE-basierten Bodennetzes sind wir in der Lage, die EAN-Satellitenanbindung voll zu unterstützen und die Leistung des EAN-Systems zu optimieren“, sagte Rolf Nafziger, Senior Vice President des International Wholesale Business bei der Deutschen Telekom. „Das Netz wurde gezielt für die künftigen Konnektivitätsanforderungen im europäischen Luftraum entwickelt, wo sich die Passagierzahlen innerhalb der nächsten 15 Jahre verdoppeln sollen.“

Die IAG Group plant, mehr als 300 ihrer Narrowbodies für den Inflight-Breitbandservice über EAN auszurüsten. Bis 2019 will die Airline-Gruppe 90 Prozent ihrer Standardrumpf-Flugzeuge mit den Antennen bestückt haben.

Aufgrund der kompakten Bauweise ist das EAN aber nicht nur für Verkehrsflugzeuge interessant, sondern auch für Geschäftsreiseflugzeuge.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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