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Embraer führt Ground Power Mode für Phenom 300 ein

Phenom 300E-Piloten können künftig ihre PW535E-Triebwerke am Boden als APU-Ersatz nutzen. Der Hersteller plant, diese Eigenschaft als Nachrüstoption für alle existierenden Phenom 300 anzubieten.

30.10.2018

Embraer hat bekanntgegeben, dass die Triebwerke des Light Jets Phenom 300E künftig auch im Ground Power Mode betreiben werden können und somit eine APU überflüssig machen. © Embraer

Bislang konnte nur die Pilatus PC-24 eines ihrer beiden Triebwerke offiziell als APU-Ersatz am Boden laufen lassen. Nun hat der brasilianische Flugzeughersteller Embraer nachgezogen und den Ground Power Mode (GPM) für seinen Leichtjet Phenom 300E vorgestellt. Dank des Ground Power Mode können die Klimaanlage und die elektrischen Systeme der Phenom 300E laufen, ohne die Batterie zu belasten.

Dies ist besonders hilfreich, wenn das Flugzeug von einem Flugplatz aus betrieben wird, der über eine begrenzte Infrastruktur (Ground Power) oder über limitierte Betriebszeiten verfügt. Die Besatzungen sind dann beim Betrieb des Flugzeugs nicht auf Hilfe von außen angewiesen, um den Jet für die Ankunft der Passagiere vorzubereiten.

GPM schafft Unabhängigkeit am Boden

Embraer hat diesen Betriebsmodus für die beiden PW535E-Triebwerke zusammen mit Pratt & Whitney Canada entwickelt. Er soll ab Ende dieses Jahres bei allen neuen Phenom 300E verfügbar sein. Embraer will ein Umrüstverfahren für alle bisherigen Phenom 300 und 300E entwickeln und dies nach der Zulassung über ein Service Bulletin allen Flugzeugbetreibern verfügbar machen.

Die Betriebsstunden des Triebwerks im Leerlauf im Ground Power Mode werden nicht als Flugstunden gewertet und haben damit auch keinen Einfluss auf die Maintenance-Intervalle des Triebwerks.

Das PW535E hat bislang 1,5 Millionen Flugstunden gesammelt. Embraer hat auf der Geschäftsluftfahrtmesse NBAA-BACE Mitte dieses Monats bekanntgegeben, das Pratt & Whitney Canada dieser Tage das 1.000. Exemplar dieses Triebwerksmusters an den Hersteller geliefert hat.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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