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Wijet gibt das britische AOC auf

Das Luxemburger Executive-Charter- und Air-Taxi-Unternehmen Wijet hat seinen Flugbetrieb in Großbritannien gestoppt und wird seine britische Betriebsgenehmigung (AOC) zurückgeben.

5.07.2018

Wijet wird sein AOC in Großbritannien wegen der Unsicherheiten in Folge des Brexit zurückgeben. © Volker K. Thomalla

Das Luxemburger Luftfahrtunternehmen Wijet Group hat bekanntgegeben, dass es die britische Betriebsgenehmigung zurückgeben werde. Es hat seinen Flugbetrieb in Großbritannien mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die Wijet Group hatte das britische Flugtaxi-Unternehmen Blink, das eine reine Cessna Citation-Mustang-Flotte betrieb, Ende 2016 erworben und dadurch das britische AOC erhalten.

Brexit-Folgen sind Unsicherheitsfaktor

Die Investoren von Wijet haben Bedenken angesichts der Unsicherheiten beim Betrieb eines europäischen Luftfahrtunternehmens in Großbritannien nach dem Brexit, begründet die Firma ihren Schritt. Außerdem habe die britische Tochter eine schlechte Leistung abgeliefert, verfüge über eine alternde Flotte und eine Kostenstruktur, die für diese Art von Geschäftstätigkeit nicht geeignet sei. Nachdem die EASA vor kurzem festgestellt habe, dass Großbritannien unter den jetzigen Bedingungen nach dem Brexit kein EASA-Mitglied mehr sein könne, habe man sich zu einer Neu-Beurteilung der Situation entschlossen und die Konsequenzen gezogen.

Auf der EBACE in Genf im Mai hatte Wijet seinen ersten HondaJet vorgestellt. © V. K. Thomalla

Die Wijet Group werde nun ihre Ressourcen für den Aufbau eines europaweiten Geschäftsmodells nutzen und ihren Flugbetrieb nach und nach an kontinentaleuropäische Partnerunternehmen verlagern.

„Angesichts des Brexits ist ein britische AOC kein Wettbewerbsvorteil mehr“, sagte Jean François Hochenauer, Vorstandsmitglied der Wijet Group. „Die Wettbewerbslandschaft hat sich in den vergangenen 18 Monaten schnell verändert, und neue Geschäftsmodelle sind am Markt aktiv. Wir mussten uns dem anpassen.“

Wijet hat bei Honda Aircraft 16 HondaJets bestellt, von denen acht als Gebrauchtflugzeuge und acht als Neuflugzeuge gekauft werden. Das Unternehmen will die gesamte bisherige Citation Mustang-Flotte gegen HondaJets austauschen.

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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