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Boom bereitet den Belastungstest der XB-1-Tragflächen vor

Boom Supersonic ist in der Realität gelandet: Der ehrgeizige Zeitplan für die Entwicklung eines Experimelntalflugzeug und danach eines überschallschnellen Airliners ist nicht zu halten. Die XB-1 Baby Boom macht dennoch Fortschritte, nur nicht so schnell, wie es sich die Firma vorgestellt hat.

14.02.2020

Ein Blick in die noch geöffneten Tragflächen der XB-1 von Boom Supersonic zeigt die Holme und Rippen der Flügelkonstruktion. © Boom Supersonic

Der Zeitplan war dann erneut etwas zu ehrgeizig. Bei der Vorstellung des Projekts im Juni 2017 in Paris hatte der Gründer von Boom Supersonic, Blake Scholl, gesagt, er erwarte den Erstflug des Proof-of-Concept-Flugzeugs XB-1 für 2018. Noch im Juni des vergangenen Jahres hatte das Start-up-Unternehmen das Roll-out seiner XB-1 auf den Dezember 2019 datiert. Doch das aus Kohlefaser gebaute Flugzeug ist auch heute noch nicht fertig. Im Januar haben die Techniker des Unternehmens die Cockpitsektion mit der rechten Rumpfhälfte verbunden und die Qualität der Verbindung geprüft.

Der Rumpf ist zu 54 Prozent fertig

Derzeit arbeiten die Techniker an dem Cockpit, das nach Angaben der Firma schon zu 90 Prozent fertiggestellt ist. Die Rumpfsektion hinkt etwas hinterher, ihren Fertigstellungsgrad gibt Boom Supersonic mit 54 Prozent an. Die Tragflächen seien zu 70 Prozent fertig, so das Unternehmen. Auf der unteren Flügelhälfte sind schon die Holme aus Kohlefaser montiert. Die Unter- und Oberschale des Flügels wurde mit Hilfe von Ultraschall auf mögliche Lufteinschlüsse oder Produktionsfehler hin untersucht. Als nächster Schritt folgt das Aufbringen der oberen Flügelhälfte und das Verschließen der beiden Hälften miteinander. Dann wird der Delta-Flügel mit dem Rumpf verbunden und auf seine Festigkeit geprüft.

Der Überschall-Airliner Boom Ouverture (Vordergrund) soll bis zu 55 Passagiere fassen. Die XB-1 (hinten) sollte eigentlich schon fliegen. © Boom Supersonic

Erst wenn dieser Programm-Meilenstein geschafft ist, geht es weiter. Nach dem Roll-out wird dann die XB-1 für ihren Erstflug vorbereitet. Die 21 Meter lange XB-1 ist der Erprobungsträger, mit dem das Unternehmen seine Technologien, Materialien und die Auslegung eines 55-sitzigen Überschall-Airliners testen will. Ihre Abmessungen entsprechen rund einem Drittel der Größe des geplanten Airliners namens Ouverture. Die maximale Geschwindigkeit des Doppelsitzers soll Mach 2.2 betragen, die Reichweite 1.000 nautische Meilen (1.852 Kilometer).

 

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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