Homepage » General Aviation » Das One Week Wonder ist geflogen

Kann man in einer Woche mit einem Heer von Besuchern einer Airshow eine flugfähige Einmot bauen? Man kann. Das "One Week Wonder" ist beim EAA AirVenture 2018 gelungen, und am Montag nach der Messe zum ersten Mal geflogen.

2.08.2018

In nur einer Woche bauten Besucher des EAA AirVenture 2018 diese RV-12iS. © EAA

Das EAA AirVenture ist eigentlich ein Treffen der Amateurflugzeugbauer. Das gerät angesichts der vielen modernen in Serie in Fabriken gebauten Flugzeuge, die in Oshkosh zu sehen sind, immer ein wenig ins Hintertreffen. Das „One Week Wonder“ genannte Projekt wollte den eigentlichen Zweck des größten Fly-ins der Welt wieder ein wenig in den Vordergrund rücken: Amateurflugzeugbau.

One Week Wonder 2018:

Bereits 2014 hatten Besucher des AirVentures es geschafft, innerhalb einer Woche ein Flugzeug aus einem Bausatz zu fertigen, ein One Week Wonder eben. Die von über 2.000 Helfern gebaute Zenith CH 750 Cruzer rollte seinerzeit am letzten Tag der Veranstaltung über die Taxiways. Wenige Tage nach dem AirVenture erhob sich das UL dann in die Luft.

Für 2018 hatten sich die Organisatoren eine größere Aufgabe vorgenommen. Die Firma Van’s Aircraft aus Oregon stiftete den Bausatz einer RV-12iS, BRP-Rotax einen Rotax 912 iS Sport, und alle Zulieferer stifteten die notwendigen Komponenten und Werkzeuge, damit auch eine ausreichende Zahl von Helfern mitbauen konnte.

3.000 Menschen bauen eine RV-12iS

Am Ende waren es fast 3.000 Menschen, die geholfen hatten, das Wunder zu vollbringen. Jeder von ihnen durfte sich mit seiner Unterschrift auf dem Flugzeug verewigen.

Die EAA als Verband der Flugzeugselbstbauer will mit dem One Week Wonder Interessierte an das Thema Amateurflugzeugbau heranführen. Sie will Menschen die Angst nehmen, dass es für normale Menschen nicht machbar sei, ein Flugzeug selbst zu bauen.

Die Mission One Week Wonder 2018 gelang: Am Sonntag Nachmittag, dem letzten Tag der Airshow, rollte das Flugzeug mit dem passenden Kennzeichen N2018 unter eigener Kraft vor den Zuschauern auf den Taxiways des Wittman Regional Airports in Oshkosh. Den Erstflug hätte man an diesem Tag auch machen können, hatte sich aber dagegen entschieden, um keinen Druck aufzubauen. Außerdem ist der Sonntag der Abreisetag des EAA AirVenture mit einem entsprechenden Aufkommen an Flugbewegungen.

Nach abschließenden Rolltests startete der Testpilot Vic Syracuse am Montag, den 30. Juli, dann mit dem Flugzeug zum erfolgreichen und problemlosen Erstflug. Ein weiteres Wunder war vollbracht.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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