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Die FAA hat die Piper M600 mit Garmin Autoland-System zugelassen

Mit der Zulassung des Garmin Autoland in der Piper M600 ist erstmalig ein revolutionäres Sicherheitssystem an Bord eines Flugzeugs der Allgemeinen Luftfahrt zertifiziert: Garmin Autoland ist in der Lage, im Notfall das Flugzeug sicher zum nächsten geeigneten Flugplatz zu fliegen und dort zu landen.

19.05.2020

Nach der Aktivierung informiert das System die Insassen des Flugzeugs über die Displays und per Ansage über die nächsten Schritte. © Garmin

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat heute das Autoland-System von Garmin International in der Piper M600 zugelassen. Das System sucht sich nach Aktivierung eigenständig aus der Datenbank den nächsten geeigneten Flugplatz unter Berücksichtigung von Faktoren wie Pistenlänge und -beschaffenheit, Windstärke und -richtung und fliegt das Flugzeug zu diesem Platz, landet auf ihm und schaltet das Triebwerk eigenständig ab.

Revolution in der Allgemeinen Luftfahrt

Nach der Aktivierung informiert das System einerseits die zuständige Flugverkehrskontrollstelle und teilt die Position des Flugzeugs sowie die weiteren Absichten mit. Ebenso wichtig wie die Kommunikation nach außen ist die Kommunikation nach innen. Sollte beispielsweise ein Pilot bewusstlos sein und ein Passagier das System ausgelöst haben, so informiert Autoland auch die Insassen der M600 über seine nächsten Schritte per Durchsage und über entsprechende Anzeigen auf den Displays im Instrumentenbrett.

Die Piper M600 ist das erste Flugzeugmuster weltweit, das mit dem Autoland-System von Garmin zugelassen ist. © Garmin

Das System ist so ausgeklügelt, dass es beispielsweise selbstständig ein Holding fliegt, wenn es erkennt, dass das Flugzeug zu hoch ist, um das Fahrwerk auszufahren oder es Zeit benötigt, um die Klappen für einen stabilen Anflug zu auszufahren.

Nach der Landung bremst Autoland das Flugzeug automatisch und hält es auf der Centerline der Runway. Wenn das in Not geratene Flugzeug zum Stillstand gekommen ist, stellt das System automatisch die Triebwerke ab, so dass die Insassen das Flugzeug sicher verlassen können.

Sollte sich die Situation nach der Aktivierung von Autoland wieder geklärt haben, kann der Pilot das System jederzeit durch Drücken der AP-Taste am Autopilot-Bedienpanel oder des Autopilot Disconnect-Knopfes auf dem Steuerhorn wieder deaktivieren.

Enormer Gewinn für die Flugsicherheit

Simon Caldecott, Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Piper Aircraft, kommentierte die Zulassung mit den Worten: „Wir freuen uns, die Zertifizierung der M600/SLS mit dem HALO-Sicherheitssystem durch die FAA bekannt zu geben. Dies ist das erste Flugzeug, das mit einem der bedeutendsten technologischen Fortschritte in der Geschichte der Allgemeinen Luftfahrt zugelassen wurde. Als ein Unternehmen, das die Sicherheit immer an die Spitze seiner Kultur gestellt hat, sind wir stolz darauf,  als erstes Unternehmen mit dem Autoland-System auf den Markt zu kommen. Darüber hinaus ist es uns eine große Ehre, anderen den Weg für diese neue Technologie zu ebnen.“

Phil Straub, Garmin Executive Vice President und Managing Director of Aviation, sagte: „Die FAA-Zulassung von Autoland ist ein Tag zum Feiern für die gesamte Luftfahrtindustrie. Heute definieren wird nicht nur die Erwartungen von Piloten neu, sondern vor allem die von Passagieren über das, was in Zukunft zur Standardausrüstung von Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt gehören sollte.“ Garmin integriert das System derzeit auch in die Daher TBM 940 sowie in den Cirrus SF50 Vision Jet.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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