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Die NASA hat die Batterien der X-57 Maxwell erfolgreich getestet

Das Projekt des Elektroflugzeugs X-57 Maxwell der NASA hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die Ingenieure haben die Batterietests erfolgreich abgeschlossen. Das auf einer Tecnam P2006T beruhende Experimentalflugzeug soll schon im nächsten Jahr fliegen.

18.12.2017

Die X-57 ist eines der wenigen NASA-Forschungsflugzeuge für die Allgemeine Luftfahrt. © NASA

NASA-Ingenieure haben bei dem Projekt des Elektroflugzeugs X-57 Maxwell einen wichtigen Projektabschnitt erfolgreich beendet. Sie haben die Tests des Batteriesystems des Flugzeugs abgeschlossen. „Die war ein extrem kritischer Meilenstein für das gesamte Projekt“, sagte Tom Rigney, der Projektmanager für die X-57 bei der NASA. „Ohne ein sicheres Batteriesystem wären wir nicht in der Lage, unsere Ziele zu erreichen.“

Erstes bemanntes X-Plane seit 20 Jahren

Die X-57 Maxwell ist momentan das einzige General-Aviation-X-Flugzeug der US-Luft- und Raumfahrtbehörde und sie ist das erste bemannte Flugzeugprojekt der NASA seit 20 Jahren. Die NASA verwendet bei der X-57 einen Rumpf der Tecnam P2006T sowie einen eigenen Tragflügel, in dem 14 Antriebe integriert sind. Die NASA will mit dem Projekt zeigen, dass das Antriebssystem im Vergleich zu konventionellen Antrieben nicht nur zu einer signifikant höheren Reisegeschwindigkeit führt, sondern auch zu niedrigeren Betriebskosten und dramatisch niedrigeren Geräuschemissionen.

Die Batterie der X-57 Maxwell wiegt 362 Kilogramm. © Electric Power Systems

Bei den Batterietests hat die NASA mit den kommerziellen Partnern Empirical Systems Aerospace und Electric Power Systems zusammengearbeitet. Das gesamte Batteriesystem wiegt über 360 Kilogramm und wurde bei der Utah State University malträtiert. Besonderes Augenmerk richteten die Forscher auf die Wärmeentwicklung der Lithium-Ionen-Batterien. Diese geben beim Entladen Wärme ab. Deswegen testeten sie das System auch außerhalb der Limits und bei simulierten Flugzuständen.

Bei den Tests mit der Energieversorgung der X-57 Maxwell überhitzten die Ingenieure absichtlich einzelne Batteriezellen. Die Überhitzung griff dabei nicht auf andere Zellen über. © NASA

Aufgrund der Testergebnisse änderten die Ingenieure ihre Strategie für den Fall einer Überhitzung der Batterie. So reagiert das System nun bereits auf die Überhitzung einer einzelnen Batteriezelle und nicht wie zuvor auf die Überhitzung eines Batterieblocks. „Die Ergebnisse der Tests bestätigten, dass eine überhitzte Zelle nun ihre Überhitzung nicht an die benachbarten Zellen weitergibt und so ein Schneeball-Effekt verhindert wird“, berichtet Dionne Hernandez-Lugo, die für die Batterie-Entwicklung der X-57 bei der NASA verantwortlich ist.

Im März 2018 soll die X-57 mit dem Baustandard Mod II fliegen. Dabei werden die beiden inneren Antriebe komplett elektrisch betrieben. Wenn diese Test – voraussichtlich im Mai 2018 – abgeschlossen sind, modifizieren die Ingenieure die X-57 auf den Standard Mod III. Dafür erhält das Flugzeug eine neue Tragfläche mit hoher Streckung. Die Elektromotoren wandern bei Mod III in die Flügelspitzen. Die letzte Konfiguration des Flugzeugs ist Mod IV. Dabei werden zwölf kleine Elektromotoren in der Flügelvorderkante installiert. Sie kommen beim Start und in der Landephase zum Einsatz. Die größeren Elektromotoren in den Flügelspitzen sind dann hauptsächlich für den Reiseflug vorgesehen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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