Homepage » General Aviation » Europäische Piloten im Rettungseinsatz auf den Bahamas

Die Kölner Dieter Morszeck Stiftung fliegt mit drei Amphibienflugzeugen Hilfsgüter von Florida auf die vom Hurrikan Dorian verwüstete Inselgruppe der Bahamas. Die mit Schwimmern ausgerüsteten Einmots sind in vielen Fällen der einzige Weg, um Hilfsbedürftige auf abgelegenen Inseln zu erreichen.

11.09.2019

Das Entladen der Hilfsgüter aus den Amphibienflugzeugen ist Handarbeit. © Dieter Morszeck Stiftung

Der Hurrikan Dorian, der Anfang September die Inselgruppe der Bahamas heimsuchte, hat riesige Zerstörungen hinterlassen. Die Infrastruktur des Inselparadieses liegt weitgehend in Trümmern, die Mehrzahl der Häuser sind derzeit unbewohnbar. Ohne fremde Hilfe kann die Regierung der Bahamas die Folgen der Naturkatastrophe nicht stemmen.

Wasserflugzeuge der General Aviation aus den USA haben sich direkt nach dem Sturm auf den Weg zu den Bahamas gemacht, um dort Hilfe zu leisten. Da viele Flugfelder noch nicht geräumt sind, bieten sie vielfach die einzige Möglichkeit, schnell Verletzte zu evakuieren und Hilfsmittel und Nahrung auf die Inseln zu bringen.

Hilfseinsatz auf den Bahamas

Zu den Flugzeugen, die auf den Bahamas Rettungs- und Hilfseinsätze fliegen, gehören auch drei Einmots der Dieter Morszeck-Stiftung aus Köln. Neben einer Pilatus PC-6 Turbo Porter und einer Quest Kodiak 100 fliegt auch eine Cessna 206 Turbo Stationair auf den Bahamas. Alle drei Einmot sind mit amphibischen Schwimmern ausgerüstet, die ihnen erlauben, sowohl auf Wasser als auch auf Land zu landen. Die Stiftung hat die Flugzeuge gekauft, um in Brasilien Ureinwohnern medizinische Hilfe zukommen zu lassen.

55 Tonnen Hilfsgüter in wenigen Tagen

Am vergangenen Donnerstag starteten die drei Flugzeuge erstmalig von Fort Lauderdale zu ihren Hilfsflügen. Rund 100 verletzte und erkrankte Menschen wurden von ihnen von den verwüsteten Inseln im Nordosten der Bahamas bereits in die Hauptstadt Nassau oder nach Florida geflogen, wo sie medizinische Hilfe bekommen. Auf dem Hinweg transportieren die Flugzeuge Trinkwasser, Nahrungsmittel und Hygieneartikel für die Bevölkerung. Auch wenn die Flugzeuge verhältnismäßig klein sind, so schaffen sie dennoch eine Menge an Hilfsmitteln auf die Inseln. Seit Beginn der Mission konnten über 55 Tonnen Trinkwasser, Nahrung und Soforthilfsgüter auf die Inseln gebracht werden.

Sven Lepschy, einer der Piloten, der seit vielen Jahren in Florida lebt und die Rettungsmission der Dieter Morszeck Stiftung initiierte, sagte: „Wir retten Menschen, die durch den Hurrikan Dorian verletzt wurden oder ernsthaft erkrankt sind. Mit unseren kleinen Flugzeugen erreichen wir auch die äußersten Inseln im Nordosten der Bahamas. Viele Menschen dort haben alles verloren. Ihre Häuser sind zerstört und sie leben zurzeit in sehr schwierigen, hygienischen Bedingungen.“

Der Zürcher Berufspilot Cedric Gitschenko, der teilweise auf den Bahamas lebt und seit Donnerstag pausenlos Rettungsmissionen fliegt, ergänzte: „Die Einsätze sind sehr anspruchsvoll. Mit unseren Schwimmern können wir zwar auch auf dem Wasser landen, dort treibt nach dem Sturm aber viel Holz und Unrat, der zur Gefahr werden kann. Wenn ich sehe, was der Sturm angerichtet hat, blutet mein Herz. Dank der Dieter Morszeck Stiftung und zahlreichen Freiwilligen aus Florida können wir aber einen Beitrag leisten, um die Not wenigstes etwas zu lindern.“

Volker K. Thomalla

 

Die Dieter Morszeck Stiftung sammelt Spenden für Hilfsmissionen aus der Luft. Spendenkonto: Commerzbank: IBAN DE88 3704 0037 3333 3333 00
Stichwort: Luftrettung

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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