Homepage » General Aviation » Flugsimulator für Buschpiloten in den Niederlanden

Flugsimulator für Buschpiloten in den Niederlanden

Die Flugschule Mission Aviation Training Center am Flugplatz Teuge in den Niederlanden hat einen Simulator in Betrieb genommen, mit dem sich Piloten auf das Fliegen in unwirtlichen Gegenden vorbereiten können. 

4.09.2017

Am Teuge Airport wurde der erste Simulator für Buschpiloten installiert. © Rob Voss - www.robvoss.nl

Das Starten und Landen eines Flugzeugs auf einer abfallenden Graspiste im Urwald von Papua-Neuguinea gehört sicher zu den herausforderndsten fliegerischen Aufgaben. Um künftige Buschpiloten besser darauf vorzubereiten, hat die Flugschule Mission Aviation Training Center (MATC) am Flugplatz Teuge (EHTE) in den Niederlanden nun einen Simulator dafür in Betrieb genommen. MATC ist eine Ausbildungseinrichtung der christlichen Hilfsorganisation Mission Aviation Fellowship (MAF).

Das zugelassene Trainingsgerät ist ein Flight Navigation Procedure Trainer (FNPT II) Elite S812.  Er wurde in der Schweiz gebaut. Der Simulator ist mit einer Datenbasis von verschiedenen normalen Flugplätzen versehen, um mit ihm auch das konventionelle Training im Rahmen der Approved Training Organisation (ATO) durchführen zu können. Auch schwierigere europäische Airport wie Innsbruck oder Courchevel sind in dem Simulator abrufbar.

Fliegen unter Extremsituationen im Simulator

„Wir sind auch in der Lage, ‚Canyon Turns‘ zu unterrichten“, sagte Jeroen Knevel, der MATC-Ausbildungsleiter. „Stellen Sie sich vor, Sie fliegen in Afrika oder in Papua in einem eng geschnittenen Tal und müssen ein extremes Manöver ausführen, um dort wieder herauszukommen. Der Simulator hilft uns, die Piloten darauf vorzubereiten, in den fliegerisch extremst herausfordernden Gegenden der Erde zu fliegen.“

Die Flugschule in Teuge wurde von der MAF erst im vergangenen Jahr gegründet. Sie ist die erste ihrer Art in Europa, die Piloten auf das Buschfliegen vorbereitet. MATC plant, die Datenbasis zu erweitern, um die meisten schwierigen Buschpisten abbilden zu können. Deswegen benötigt die Flugschule noch Programmierer, die in der Lage sind, die notwendigen Informationen aus Satellitenbildern, Karten und Fotos herauszulesen und in die Datenbank zu integrieren.

MAF betreibt eine Flotte von 130 Flugzeugen und übernimmt häufig im Auftrag von anderen Hilfsorganisationen den Lufttransport für diese Organisationen in Krisengebiete oder in abgelegene Gebiete. Neben der UN gehört auch die Organisation  „Médecins Sans Frontières“ (Ärzte ohne Grenzen) zu den Nutzern der Flugzeuge der MAF.

Bob Fischer

 

Über Bob Fischer

zum Aerobuzz.de
Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.