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GA-Unfallrate in den USA so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr

Die US-Transportsicherheitsbehörde NTSB hat ihre Statistik für das Jahr 2016 veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der tödlichen Unfälle in der Allgemeinen Luftfahrt in den USA, die sich in der GA-Unfallrate ausdrückt, 2016 so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr.

28.11.2017

Am Wochenende vor Beginn des EAA AirVentures trafen die Typenclubs – hier Piper PA-28 – in Massenankünften auf dem Wittman Regional Airport in Oshkosh ein. © Andrew Zaback/EAA

Zum ersten Mal seit 50 Jahren ist die Unfallrate der Allgemeinen Luftfahrt in den Vereinigten Staaten wieder unter das Verhältnis von einem tödlichen Unfall pro 100.000 Flugstunden gefallen, hat die US-Transportsicherheitsbehörde NTSB (National Transportation Safety Board) in der vergangenen Woche bekanntgegeben. Insgesamt hatte es in der General Aviation in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr 1.266 Unfälle gegeben, berichtete das NTSB. 213 dieser Unfälle haben zu Todesfällen geführt. Gleichzeitig ist die Flugstundenzahl in diesem Segment der Luftfahrt auf 21,333 Millionen gestiegen, was zu einer Unfallrate von 0,989 führt. Pro 100.000 Flugstunden gab es 2016 also einen tödlichen Unfall in der Allgemeinen Luftfahrt.

Rückgang der Zahl der Todesopfer

2016 habe es auch einen leichten Rückgang der absoluten Zahlen bei den Todesopfern durch Unfälle mit Luftfahrzeugen in den USA gegeben, nämlich von 416 in 2015 auf 412 in 2016, berichtete das NTSB.

Von den 412 Todesopfern zählt das NTSB 386 beziehungsweise 94 Prozent zu Unfällen der Allgemeinen Luftfahrt. 25 Menschen kamen im vergangenen Jahr im Rahmen des Flugbetriebs von Flugzeugen im Commuter- oder Charter-Einsatz oder Ambulanz- und Rettungseinsätzen im Rahmen von Part 135-Betrieb ums Leben. Die restlichen Toten habe es bei Unfällen mit unregistrierten Flugzeugen gegeben.

Seit 2009 keine Toten mehr durch Airline-Betrieb

Seit 2009 hat es in den USA keinen einzigen Toten im Flugbetrieb mit N-registrierten Flugzeugen bei Airlines gegeben, berichtete das NTSB. Trotzdem hatte es 2016 insgesamt 31 Unfälle von Verkehrsflugzeugen im Airline-Einsatz gegeben. Allerdings hatte keiner dieser Unfälle tödliche Folgen.

Das NTSB untersucht alle Formen von Transportunfällen und berichtete, dass nur die General Aviation einen Rückgang bei den Unfallzahlen aufgewiesen hat, während die Zahl der tödlichen Unfälle mit anderen Transportmitteln zugenommen hätten.
Durch den Straßenverkehr kamen 2016 in den USA 37.461 Menschen ums Leben (2015: 35.485), durch Boots- und Schiffsunfälle 730 (Vorjahr 688). Durch Eisenbahnunfälle starben im vergangenen Jahr 733 Menschen (2015: 708).

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

1 Kommentar

  • Patrick Stucki

    Weniger Unfälle im Bereich GA! Good news! Woran lag das, resp. liegt es?
    – Ausbildung?
    – Bessere Wetterprognosen?
    – Bessere Rettungssysteme? (Fallschirme wie CAPS bei Cirrus)
    – Besseres Equipment wie Terrain Avoidance Sysrems, Traffic Avoidance Systems?
    – oder etwa an mehr Vorschriften?

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