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Geschwindigkeitsweltrekord für Steve Hinton auf P-51

Der bekannte Warbird-Pilot Steve Hinton jr. hat den Geschwindigkeitsweltrekord für kolbenmotorgetriebene Landflugzeuge gebrochen. Im US-Bundesstaat Idaho erreichte er 855 km/h und war damit 5 km/h schneller als der bisherige Rekordhalter. 

18.09.2017

Steve Hinton hat in May, Idaho, seine Rekordflüge absolviert. © Pursuit Aviation

Der berühmte Warbirdpilot Steve Hinton ist am 2. September mit der stark modifizierten North American P-51 Mustang „Voodoo“ so schnell geflogen wie vor ihm noch kein Mensch mit einem Landflugzeug mit Kolbenmotor. Der bisherige Rekord über die 3-Kilometer-Strecke liegt bei 850,26 km/h und war am 21. August 1989 von Lyle Shelton auf seiner Grumman F8F Bearcat „Rare Bear“ aufgestellt worden.

Steve Hinton und seine Team Voodoo haben den Geschwindigkeitsweltrekord für kolbenmotorgetriebene Landflugzeuge gebrochen. © Pursuit Aviation

Hinton hat sich intensiv auf die Rekordflüge vorbereitet, finanziell unterstützt von Aviation Partners aus Seattle. Die Firma entwickelt Winglets und aerodynamische Modifikationen für Flugzeuge, unter anderem auch die Boeing 737. Für die P-51 „Voodoo“, die Bob Sutton gehört, entwickelte Aviation Partners einen passenden, schnelleren Flügel. Auf dem Flugplatz der Sutton-Ranch in May im US-Bundesstaat Idaho fanden die Rekordversuche statte. Hinton wollte eigentlich schon Ende August den Angriff auf den 28 Jahre alten Weltrekord wagen, allerdings hatte das Wetter den Rekordversuch verzögert.

Zur Anerkennung durch die FAI eingereicht

Am 2. September startete Hinton dann am späten Nachmittag zu seinem erfolgreichen Rekordflug. Das Reglement sieht vor, dass ein Rekordkandidat einen drei Kilometer langen, geraden Kurs insgesamt vier Mal absolvieren muss. Die Durchschnittsgeschwindigkeit aller vier Flüge ergibt dann die Rekordgeschwindigkeit. Die Firma Pursuit Aviation hat die Rekordflüge dokumentiert und mit einem Kamerasystem vom Typ „Shotover“ begleitet. Das System war im Bug einer P-80 Shooting Star eingebaut.

Hinton hat seine Flüge zur Anerkennung durch die Fédération Aéronautique Internationale (FAI) nach Lausanne gemeldet. Dort wird über die Anerkennung entschieden. Die Anerkennung als Weltrekord ist allerdings noch mit einem Fragezeichen versehen, weil das Reglement vorsieht, dass ein neuer Geschwindigkeitsrekord nur dann anerkannt werden darf, wenn er den vorherigen Rekord um mindestens ein Prozent übertrifft. In diesem Fall hätte Hinton mindestens 8,5 km/h schneller sein müssen, war aber „nur“ 5 km/h schneller. Selbst wenn die FAI Hinton die Anerkennung verweigerte, bliebe er dennoch der schnellste Pilot seiner Klasse. Einer seiner vier Flüge über die 3-Kilometer-Strecke wurde offiziell mit 892 km/h gemessen.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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