Homepage » General Aviation » Honeywell verschenkt Zweimot für die Unfallforschung

Die Luftfahrt-Universität Embry-Riddle hat für ihr Crash Lab eine Beechcraft Baron geschenkt bekommen. Die Hochschule will die Kolbenmotor-Zweimot im Rahmen ihrer Unfall- und Flugsicherheitsforschung einsetzen. Auch angehende Flugzeugkonstrukteure sollen am Beispiel der Baron lernen. 

3.12.2019

Honeywell Aerospace hat der Embry-Riddle Aeronautical University eine gebrauchte Beech Baron für die Sicherheitsforschung geschenkt. © ERAU/Connor McShane

Der US-Konzern Honeywell Aerospace hat der Luftfahrt-Universität Embry-Riddle Aeronautical University (ERAU) in Prescott im US-Bundesstaat Arizona eine gebrauchte Beechcraft Baron geschenkt. Das zweimotorige Kolbenmotor-Flugzeug wurde 1976 in Wichita gebaut und diente seitdem dem Avionikhersteller Bendix King als Testplattform für die Entwicklung und Zulassung von Avionik.

Die Baron landet im ERAU Crash Lab

Bei einer internen Bedarfsprüfung der Flotte kam der Konzern zu dem Schluss, dass diese Baron nicht mehr benötigt würde. Honeywell bot die Twin der Hochschule an, und diese freute sich über die Schenkung. Die Baron wird nun im S. Harry Robertson Aircraft Accident Investigation Laboratory (Crash Lab) im Rahmen der Flugsicherheitsforschungen genutzt. Das Crash Lab verfügt über verschiedene, bei Abstürzen zerstörte oder beschädigte Fluggeräte, damit die Studierenden an realen Objekten die Auswirkungen eines Unfalls auf Flugzeugteile und -komponenten erforschen können. Die Baron dient dabei als Referenzobjekt, um den angehenden Unfallforschern den Zustand der Komponenten vor einem Unfall zu zeigen.

Die Beechcraft Baron diente Bendix King 40 Jahre lang als Testflugzeug. © Embry-Riddle Aeronautical University/Shane McConnor

Die ERAU will die Beechcraft Baron aber auch für die Human Factors-Forschung nutzen. Die Motorbedienung dieses Flugzeugs unterscheidet sich leicht von dem anderer Zweimots. An diesem Beispiel sollen Studenten erforschen, ob und wie eingespielte Verhaltensweisen beim Umstieg von einem Muster auf ein anderes Probleme mit sich bringen können, und wie man solchen Problemen durch geänderte Lernmethodiken begegnen kann.

Außerdem dient das Flugzeug künftig als Anschauungsobjekt bei den Seminaren zur Überlebbarkeit von Flugzeugunfällen. Anhand der Baron sollen die Studierenden lernen, welche Auswirkungen die Konstruktion von Zelle, Sitzen und Gurten auf die Insassen im Fall eines Unfalls hat.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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