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Pilatus Aircraft hat die dritte Generation der PC-12 vorgestellt

Pilatus Aircraft hat mit der PC-12 NGX die dritte Generation seiner Turbopop-Einmot PC-12 vorgestellt. Mehr Leistung dank eines neuen Triebwerks, größere Fenster, eine neue Kabine und Autothrottle sind Eigenschaften, die das Flugzeug für Kunden attraktiv halten sollen.

23.10.2019

Pilatus Aircraft hat die PC-12 NGX im Geheimen entwickelt und bereits im Oktober 2019 die Zulassung erhalten. © Pilatus Aircraft

Die Geheimoperation ist dem Schweizer Flugzeughersteller Pilatus Aircraft aus Stans gelungen: Bereits seit Dezember 2017 hat der Hersteller die dritte und neueste Generation seiner erfolgreichen Turboprop-Single PC-12 im Flug erprobt. Am 14. Oktober dieses Jahres hat die europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) die neue Version zugelassen, rund eine Woche vor der ersten offiziellen Vorstellung des Musters auf der NBAA-BACE 2019 in Las Vegas.

Pilatus PC-12 NGX

Die Geschichte der PC-12 begann vor fast genau 30 Jahren, ebenfalls auf der NBAA, die seinerzeit in Atlanta stattgefunden hatte. Damals hatte Pilatus angekündigt, eine Turboprop-Einmot entwickeln zu wollen. Der Ankündigung folgte der erfolgreiche Launch der PC-12, von der in der Zwischenzeit über 1.700 Exemplare ausgeliefert worden sind, und die zusammen über 7,5 Millionen Flugstunden gesammelt haben.

Nun folgt als dritte Generation nach der PC-12 und der PC-12 NG die Pilatus PC-12 NGX. Die Änderungen gegenüber der zweiten Generation gehen weit über kosmetische Modifikationen hinaus. Äußerlich unterscheidet sich die PC-12 NGX vor allem durch ihre rechteckigen und zehn Prozent größeren Fenster – die von der PC-24 inspiriert wurden – von ihrer Vorgängerin, die noch über runde Fenster verfügte.

Neues Triebwerk: PT6E-67XP

Aber die größten Änderungen haben im Inneren des Flugzeugs stattgefunden: „Das Herzstück der PC-12 NGX ist das neue PT6E-67XP von Pratt & Whitney Canada. Das verbesserte Triebwerk verfügt jetzt über ein elektronisches Propeller- und Motorsteuerungssystem – eine Weltneuheit in diesem Marktsegment. Der neue ‚Propeller Low Speed‘-Modus führt zusätzlich zu einer deutlichen Reduzierung der Geräuschkulisse in der Kabine, was zu mehr Passagierkomfort führt. Das neue Turboprop-Triebwerk erhöht die maximale Reisegeschwindigkeit der PC-12 NGX auf 537 Kilometer pro Stunde (290 Knoten)“, teilte der Hersteller mit.

Die PT6E-67XP sowie der Propeller der neusten PC-12-Version steuert ein digitales, integriertes Zweikanal-Propeller- und Triebwerkssteuerungsystem, das das Triebwerk innerhalb der Limits hält. Das System überwacht kontinuierlich 100 Triebwerksparameter und speichert sie. Nach einer Landung übermittelt das System die Daten automatisch drahtlos, damit mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden können. Die TBO des Triebwerks liegt bei 5.000 Betriebsstunden und damit 1.000 Stunden höher als beim Vorgänger.

Drei Bestellungen am ersten Messetag

Bei dem Design der Kabine hat Pilatus mit BMW Designworks zusammengearbeitet. Insgesamt stehen den Kunden sechs verschiedene Interieurs zur Auswahl. „Die speziell entwickelten, extrem leichten Passagiersitze bieten optimale Ergonomie und können bei Bedarf sogar in ein Flachbett umfunktioniert werden. Die Anordnung der Sitze ermöglicht ein Maximum an Bewegungsfreiheit und gewährt den Passagieren auch dank des neu gestalteten Kabinenhimmels mehr Kopffreiheit“, schreibt Pilatus.

Markus Bucher, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Pilatus, sagte in Las Vegas: „Um unsere Position als Marktführer in diesem Segment weiter zu festigen, sind wir ständig auf der Suche nach innovativen Lösungen, die der Sicherheit, dem Komfort und der Produktivität unserer Kunden dienen. Die PC-12 NGX ist ein weiteres Vorzeigeprojekt und zeugt von der Spitzentechnologie von Pilatus, Pratt & Whitney Canada und Honeywell. Gemeinsam haben wir das Beste genommen und es noch besser gemacht. Und unsere Kunden müssen nicht Jahre warten, um diese Vorteile zu geniessen – die PC-12 NGX ist heute verfügbar.“

Die maximale Reisegeschwindigkeit der neues PC-12-Variante liegt bei 290 Knoten True Air Speed und damit zufällig 5 Knoten über der von Textron Aviation anvisierten maximalen Reisegeschwindigkeit der Cessna Denali, die der PC-12 Marktanteile abjagen soll.

Der Basispreis des neuen Schweizer Flugzeugs beträgt 4,39 Millionen US-Dollar (3,951 Millionen Euro), die Executive-Konfiguration ist ab 5,369 Millionen US-Dollar (4,831 Millionen Euro) verfügbar.

Die neue PC-21-Version kommt bei den NBAA-BACE-Besuchern und potenziellen Kunden gut an. Schon am ersten Tag der Messe konnte Pilatus Aircraft drei PC-12 NGX verkaufen. Das erste Exemplar der neuen PC-12 geht an den Australier Dion Weisler, den Hauptgeschäftsführer (CEO) von HP. Er steigt von einer PC-12 NG auf die NGX um.  Weisler sagte begeistert: „Als bestehender, stolzer und aktiver Eigentümer und Pilot einer PC-12 NG aus dem Jahr 2017 bin ich erstaunt über die wesentlichen Innovations- verbesserungen bei einem Flugzeug, das meiner Meinung nach unmöglich zu verbessern war. Ich freue mich sehr, Kunde Nummer eins für die neue
PC-12 NGX zu sein. Pilatus hat es wieder getan – die Zivilluftfahrt revolutioniert und ein bereits perfektes Flugzeug genommen und diese Perfektion neu definiert.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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