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Piper Aircraft hat bereits Mitte September die letzten Inspektionen abgeschlossen und konnte damit das ausgesprochene Flugverbot für seine Turobprop-Einmot Piper M600 aufheben. Die inspizierten Tragflächenholme wiesen keine Beschädigungen auf und sind alle innerhalb der Toleranzen. 

11.10.2017

Die Piper M600 hat einen im Vergleich zur M500 größeren und dickeren Flügel. © V. K. Thomalla

Im Gespräch mit aerobuzz.de hat Piper-Marketingchefin Jackie Carlon bestätigt, dass alle 39 von der Sicherheitsmitteilung betroffenen Piper M600 wieder fliegen. Piper hatte in der Produktion des einmotorigen Turboprop-Flugzeugs einen Tragflächenholm an einer M600 entdeckt, der nicht den vom Hersteller vorgegebenen Toleranzen entsprach. Da der Zulieferer nicht garantieren konnte, dass diese Toleranzabweichungen auch bei anderen Holmen aufgetreten waren, zog der Hersteller konsequenterweise die Reißleine und gab Ende Juli eine Sicherheitsempfehlung heraus, die 39 bis zu diesem Zeitpunkt ausgelieferte Piper M600 groundete. Das Flugzeugmuster war erst im Mai dieses Jahres von der europäischen Luftfahrtbehörde EASA zugelassen worden.

Alle M600 wurden inspiziert

In Absprache mit der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA entwickelte Piper eine Inspektionsmethode für alle M600-Tragflächenholme. Bis zum 4. September hatte der Hersteller aus Vero Beach alle bis auf ein betroffenes Flugzeug untersucht. Dabei wurden keine Abweichungen von den vorgesehenen Materialstärken festgestellt. Auch Risse konnten ausgeschlossen werden. Einer Aufhebung der Sicherheitsempfehlung stand also wenig im Wege. Zu diesem Zeitpunkt näherte sich allerdings der Hurrikan „Irma“ Florida, und Piper musste für ein paar Tage die Werktore schließen. Danach konnte die letzte M600 inspiziert, und das Grounding des Musters aufgehoben werden. Piper hat nach dem Vorfall die Werksgarantie für alle Teile der Holmkonstruktion von fünf auf sieben Jahre erhöht.

Der Hurrikan zog mit seinem Zentrum westlich an Florida vorbei und verschonte Piper Aircraft. Außer einem Stromausfall über mehrere Tage war das Werk in Vero Beach von dem verheerenden Sturm verschont geblieben und konnte schon kurze Zeit später wieder zum Normalbetrieb zurückkehren.

Volker K. Thomalla 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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