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RUAG half, die Dewoitine D.26 wieder in die Luft zu bringen

Der Schweizer Technologiekonzern RUAG hat dem Verein Hangar 31 geholfen, das historische Jagd-Trainingsflugzeug Dewoitine D.26 wieder flugtüchtig zu machen. Die Auszubildenden des Unternehmens haben die komplexe Auspuffanlage des Oldtimers komplett neu aufgebaut. 

4.08.2017

Die Dewoitine D.26 der Vereinigung Hangar 31 fliegt wieder. Auszubildende der RUAG Aviation haben den Auspuff für das Flugzeug gefertigt. © Peter Brotschi

Der Verein Hangar 31 in Grenchen betreut ein besonderes Juwel der schweizerischen Luftfahrt. Die Dewoitine D.26 „Stadt Grenchen“ wurde 1931 in Thun gebaut und leistete als Trainer für angehende Jagdflugzeugpiloten bei der Schweizer Luftwaffe bis 1948 ihren Militärdienst. Nach seiner Ausmusterung zog der Veteran noch bis 1964 Segelflugzeuge an den Himmel. Dann wurde er aufgegeben und verschwand in der Versenkung. Der Zahn der Zeit nagte fast 30 Jahre sichtbar an dem Flugzeug, bis sich eine Gruppe ehemaliger Flugzeugmechaniker der Schweizer Luftwaffe sich erbarmte und in über 10.000 Arbeitsstunden die Dewoitine D.26 zwischen 1993 und 2000 in Interlaken restaurierte. Sie versetzten es in einen flugfähigen Zustand, versteht sich. Die D.26 ist das älteste noch fliegende Militärflugzeug der Schweiz. Von dem Typ fliegen weltweit nur noch zwei Exemplare!

Hangar 31 kümmert sich um den Veteranen

Seit 2015 ist der Hochdecker mit dem Kennzeichen HB-RAG unter der Obhut des Vereins Hangar 31 aus Grenchen. Der hatte bei einer Prüfung festgestellt, dass die komplexe Auspuffanlage des Neunzylinder-Sternmotors der D.26 nicht mehr so richtig funktionierte und umfänglich repariert oder ersetzt werden müsste. Der Verein wandte sich an die RUAG Aviation, die sich wiederum dazu entschloss, die Anlage in ihrer Lehrlingswerkstatt anzufertigen. Eine Reparatur kam nach genauer Inspektion nicht mehr in Frage.

Landeunfall bei einer Flugschau

Im August 2016 erlitt die Dewoitine bei einem Routineflug anlässlich einer Flugschau einen Landeunfall, bei dem sie sich überschlug. Propeller, Flügel und Leitwerk der D.26 wurden in Mitleidenschaft gezogen. Deswegen kam die Einmot nach Bex zu Mobile Air Service zur Reparatur. Dort passten RUAG-Mitarbeiter im Mai 2017 die Auspuffanlage ein und veranlassten letzte Detailarbeiten an dem Auspuff, der sich als eine größere Herausforderung herausgestellt hatte als ursprünglich vermutet. Die Arbeiten erforderten aufgrund der beengten Platzverhältnisse rund um den Motor allerhöchste Präzision. Trotzdem mussten alle Blecharbeiten von Hand angefertigt werden. Aber im Juni 2017 passte alles perfekt, und das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) erteilte dem Flugzeug erneut die Flugtüchtigkeit.

Der Verein Hangar 31 übernahm das Flugzeug wieder und ließ es nach Grenchen überführen. Peter Brotschi, Präsident von Hangar 31 und Mitarbeiter von AEROBUZZ.DE, sagte: „Wir sind den Technikern und auch den Lernenden von RUAG Aviation sehr dankbar für den hochpräzisen Nachbau der Auspuff-Anlage. Die Firma hat mit ihrer Arbeit einen großen Beitrag geleistet, dass die Dewoitine als technisches Kulturdenkmal weiterhin in der Luft gezeigt werden kann. Sie haben an einem Flugzeug gearbeitet, das aus der Zeit ihrer Urgroßväter oder noch weiter zurück stammt. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass die Lernenden vom anspruchsvollen Herstellungsprozess profitiert haben und das gesammelte Know-how in ihren Berufsalltag einfließen lassen können.“

Am 3. August präsentierte Hangar 31 das reparierte Flugzeug mit neuem Auspuff in Grenchen der Öffentlichkeit.

Volker K. Thomalla

 

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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