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SolarStratos beginnt Flugerprobung

Das ultraleichte Solarflugzeug SolarStratos hat am 5. Mai in Payerne in der Schweiz seinen ersten Flug erfolgreich bestanden. Im nächsten Jahr soll es an den Rand der Stratosphäre fliegen.

11.05.2017

Am 5. Mai hab das Solarflugzeug SolarStratos in Payerne zum Erstflug ab. © SolarStratos

Nachdem das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt dem Prototyp des Solarflugzeugs SolarStratos das „Permit to fly“ erteilt hat, konnte Testpilot Damian Hischier am 5. Mai in Payerne den ersten Flug mit dem Prototypen des Solarflugzeugs SolarStratos absolvieren. Die Schweizer Initiative SolarStratos will das solarelektrische Fliegen in der Stratosphäre ermöglichen. Dazu arbeitet sie mit Partnern und Sponsoren zusammen. Das von Calin Gologan entworfene Flugzeug ist ein Leichtgewicht. Es bringt nur 420 Kilogramm auf die Waage, soll aber in Höhen bis zu 20 Kilometer steigen. Mit einer Spannweite von 24,90 m und einer Länge von 8,5 m wirkt es wie ein überdimensionierter Motorsegler.

Über die gesamte Spannweite des Flugzeugs erstrecken sich die Solarpanels. © SolarStratos

Das Flugzeug wird solar-elektrisch angetrieben. Deswegen sind in der gesamten Tragflächenoberseite sowie im Höhenleitwerk Solarpanel integriert. Der Elektromotor des Flugzeugs leistet nur 32 kW bei 2200 Umdrehungen. Ein Vierblattpropeller mit einem Durchmesser von 2,20 Meter sorgt für den Vortrieb. Die SolarStratos ist als Zweisitzer ausgelegt. Da bei diesem geringen Gewicht keine Druckkabine eingebaut werden kann, tragen die Piloten bei den späteren Flügen bis an den Rand der Stratosphäre Druckanzüge.

DLR entwarf die Flugsteuerung der SolarStratos

Bei der Entwicklung des Flugzeugs war das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit seinem Institut für Robotik und Mechatronik aus Oberpfaffenhofen beteiligt und konstruierte die automatische Flugsteuerung. Bei der Firma Elektra Solar GmbH, einer Ausgründung des DLR-Instituts, wurde das Flugzeug unter dem Namen Elektra-2 gebaut.

Das Flugzeug ist kein Selbstzweck, es soll später als Erprobungsträger dienen. Globale Kommunikation und Datenübertragung sowie Erdfernerkundung nutzen heute in erster Linie Satelliten. Höhenforschungsplattformen wie die Elektra-2/SolarStratos haben das Potenzial, diese Satelliten sinnvoll zu ergänzen, da sie flexibler und erheblich günstiger einzusetzen sind. Auch bei der flächendeckenden Versorgung mit Internet kann diese Art von Fluggerät eine wichtige Rolle spielen. Für die derzeit besonders populäre Anwendungsperspektive des flächendeckenden Internets aus der Luft spricht, nach DLR-Angaben, dass fliegende Höhenplattformen mit einer deutlich größeren Bandbreite gegenüber Satelliten werden aufwarten können. „Für alle Anwendungen wird es zukünftig nötig sein, ausreichend große und belastbare Fluggeräte zur Verfügung zu haben, die die Sensornutzlasten tragen können“, sagt Dr. Konstantin Kondak vom Institut für Robotik und Mechatronik. „Die Entwicklung geeigneter Ultraleichtflieger wird damit zur Schlüsseltechnologie.“

 

Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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