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Der philippinische Präsident annulliert Bell 412EPI-Bestellung

Der erst in der vergangenen Woche unterschriebene Auftrag der Philippinen für 16 Hubschrauber des Typs Bell 412EPI ist schon wieder Geschichte. Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat seinen Verteidigungsminister angewiesen, die Bestellung zu annullieren.

13.02.2018

Die Streitkräfte der Philippinen hatten 16 Bell 421EPI bestellt. © Hawker Pacific

Auf der Singapore Airshow in der vergangenen Woche haben Regierungsvertreter der Philippinen einen Kaufvertrag über 16 Bell 412EPI im Wert von 235 Millionen US-Dollar ( 190 Millionen Euro) unterzeichnet. Die Hubschrauber sollten im Rahmen eines Regierungsabkommens als neue Hubschrauber direkt von Kanada gekauft werden.

Doch daraus wird nun wohl nichts, denn der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat seinen Verteidigungsminister angewiesen, die Bestellung zu annullieren und sich nach einem anderen Hersteller umzusehen, der die benötigten Hubschrauber liefern kann und will.

Hintergrund für die überraschende Wende ist die Ankündigung des kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau,  das Geschäft in Hinblick auf die Menschenrechtssituation auf den Philippinen zu untersuchen. Ursprünglich hatten die Vertragspartner gesagt, dass die Helikopter für Such- und Rettungsdienste und für den Katastrophenschutz zum Einsatz kommen sollten.

Helikopter sollen gegen Rebellen kämpfen

Doch der philippinische Präsident hatte nach der Vertragsunterzeichnung gesagt, es sei „unvermeidbar“, dass die Helikopter auch für Operationen gegen Terroristen eingesetzt würden. Nachdem er seinen Verteidigungsminister angewiesen hatte, den Deal platzen zu lassen, sagte er: „Kaufen Sie nicht mehr in Kanada oder den USA, denn bei Deals mit denen ist immer eine Bedingung verbunden. Wenn ich die Hubschrauber nicht als Kanonenboote gegen die Rebellen einsetzen kann, dann kann ich denen ja gleich meine Regierung überlassen.“

Der philippinische Präsident steht unter massiver internationaler Kritik wegen seines mörderischen Vorgehens gegen verdächtige Drogenschmuggler und -konsumenten. In seiner Amtszeit sind von der Polizei bislang über 2.500 Menschen von der Polizei ohne Gerichtsverfahren getötet worden. Die Dunkelziffer schätzt Amnesty International dramatisch höher ein und hast deswegen auch schon den Internationalen Gerichtshof aufgefordert, sich dieses Themas anzunehmen.

Volker K. Thomalla

 

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2 Kommentare

  • Günther Grau

    Ich finde es mutig von Herrn Duterte sich von den USA oder Kanada nicht erpressen lässt. Diese Zeiten müssen vorbei sein.
    Philippinen waren in der Vergangenheit nie richtig frei. Zuerst waren die Spanier da, dann wollten sich die Philippinos von den Spanier befreien. In dieser Zeit fing der Krieg der USA mit Spanien um die die Philippinen an. Seit dieser Zeit wollen die USA, wie mit Marcos, dort „regieren“.
    Herr Duterte hat sich erlaubt auch mit den Chinesen zu verhandeln. Das wird gut für ihn und sein Land sein. Die Chinesen werden in absehbarer Zeit, ich denke in 5 bis 10 Jahren, das sagen im Pazifischen Raum haben.
    Die USA sind wirtschaftlich am Ende. Wenn die FED eine Staatsbank wäre, die nicht das Geld druckt wie die FED, dann würde in den USA auch wieder mehr selbst produziert.
    Also Herr Duterte, entscheiden Sie selbst, wo Sie einkaufen! Eurocopter stellt auch bessere Hubschrauber her als Bell!

  • Jens Rahenhorst

    Russische Hubschrauber sind auch sehr gut, H.Duterte.
    Putin hat sicherlich mehr Verständnis wenn hart gegen kriminelle Drogenbanden vorgegangen wird, als ein sich immer häufiger lächerlich machende „Peoplekind“-Trudeau.
    Duterte genießt in seinem Land ein sehr hohes Ansehen für sein rigoroses Bekämpfen der extrem kriminellen Drogenbanden und der Islamterroristen.
    Ich bin seit einem Jahr für ein internat. Industrieprojekt dort und ich kenne so gut wie niemanden, der sich deutlich gegen die Vorgehensweise Dutertes stellt.
    Die meisten Einheimischen mit denen ich sprach, sehen Duterte als Retter ihres Landes an.

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