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30 Jahre AS550 Fennec bei der Armée de l’Air

Die leichten Hubschrauber des Typs AS550/AS555 Fennec dienen seit 30 Jahren bei der französischen Armée de l'Air. Das Muster zeigt sich bei den französischen Streitkräften als äußerst vielseitig und übernimmt mehrere wichtige Aufgaben.

13.08.2019

Die Staffel EH 5/67 Alpilles der Armée de l'Air hat diese Fennec mit einer Jubiläumslackierung versehen. © Bob Fischer

Bei einem Besuch bei der Hubschrauberstaffel EH 05.067 „Alpilles“ auf der Basis BA 115 in Orange Caritat in der Provence stach ein Hubschrauber besonders hervor. Eine AS555AN Fennec war mit einer Sonderlackierung versehen, die an das 30-jährige Dienstjubiläums des Musters bei der französischen Armée de l’Air erinnert.

AS555AN Fennec

Doch die Tage des Fennec bei den französischen Streitkräften sind absehbar. Sie werden ab 2026 durch den Airbus Helicopters H160M Guépard abgelöst. Frankreich hat angekündigt, bis zu 169 Exemplare dieses hochmodernen Helikopters zu kaufen. Die Geschichte der EH 05.067 reicht zurück bis in das Jahr 1962, als zwei Hubschrauberstaffeln aus Algerien zurückkehrten. Die 22. Staffel (Squadron) wurde nach Chambéry verlegt und betrieb Stationen in Pau, Istres und Cazaux. 1964 wurden daraus eigenständige Einheiten geschaffen, und die EH 1.67 wurde nach Bremgarten verlegt.

1966 löste das Verteidigungsministerium die EH 1.67 auf, und die neu geschaffene Staffel 05.067 übernahm die Insignien und die Traditionen von der 1.67 und verlegte nach Istres. 1982 erhielt das Geschwader in Aix-le-Milles eine neue Heimat, danach ging es wieder zurück nach Istres, bevor es 2011 zurück nach Orange-Caritat ging.

SAR-Missionen

Eine der Aufgaben des „Alpilles“-Geschwaders ist Search and Rescue (SAR), also der Such- und Rettungsdienst bei in Not geratenen oder abgestürzten Luftfahrzeugen. Ihr Einsatzgebiet ist der gesamte Südosten Frankreichs beziehungsweise bei Auslandseinsätzen die Region, in der französische Truppen eingesetzt sind. Wenn ein Notruf eingeht, fliegt eine Crew, bestehend aus zwei Piloten, einem Retter und einem medizinischen Team in die vermutete Unglücksregion. Die Fennecs fliegen die Rettungsmissionen bei Tag und Nacht und unter allen meteorologischen Bedingungen. Das Geschwader hat seinen Namen übrigens von dem Mittelgebirge „Alpilles“ in der Nähe der Basis.

MASA-Einsätze

In der französischen Militärsprache steht das Akronym „MASA“ für „Mesures actives de sûreté aérienne“, also aktive Maßnahmen für die Sicherung aus der Luft. Darunter versteht man Missionen, bei denen bestimmte Gebiete oder Lufträume aktiv überwacht werden. Dazu gehören beispielsweise Lufträume rund um Nuklearanlagen oder Großereignisse wie der Aérosalon in Paris. MASA wurde als Reaktion auf die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 in den USA in den Aufgabenkatalog des Geschwaders aufgenommen. Es passiert regelmäßig, dass Piloten der Allgemeinen Luftfahrt zum Beispiel aufgrund einer ungenügenden Flugvorbereitung in gesperrte Lufträume einfliegen und so genannte Luftraumverletzungen begehen.

Für diese Art von Missionen stehen den hinten sitzenden Crewmitgliedern große digitale Displays zur Verfügung. Wenn sie einen Eindringling abfangen, erscheint auf dem Display „contact 121.5“, die VHF-Frequenz, auf der der abgefangene Pilot Kontakt mit dem Hubschrauber aufnehmen kann. Bei MASA-Einsätzen ist die Crew immer in Bereitschaft und in der Lage, zehn Minuten nach der Alarmierung mit der Fennec zu starten.

Zu den weiteren Aufgaben der Hubschrauber gehört die Hilfe im Katastrophenfall, beispielsweise bei ausgedehnten Waldbränden, schweren Unfällen oder bei Überflutungen. Zusätzlich übernimmt die Staffel auch Transporte von Personen, Material sowie Foto- und Aufklärungsflüge.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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