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ADAC Luftrettung holt Corona-Patienten aus Frankreich

Die ADAC Luftrettung hat zwei Covid-19-Patienten aus Frankreich zur Behandlung ins Saarland geflogen, denn sie hat Erfahrung mit dem Transport von Patienten mit Infektionskrankheiten. Um die Einsatzbereitschaft des Luftrettungssystems trotz der Pandemie zu garantieren, hat die Organisation weitreichende Maßnahmen getroffen.

25.03.2020

Christoph 77 aus Mainz. Zusammen mit Christoph 66 aus Eßweiler transportierte er Corona-Patienten aus Frankreich in Krankenhäuser in Deutschland. © ADAC

Im Rahmen der grenzüberschreitenden medizinischen Hilfe hat Deutschland bereits mehrere Covid-19-Patienten aus Norditalien und aus Frankreich übernommen, um die besonders überlasteten Krankenhäuser in Norditalien und in der französischen Region Grand Est zu entlasten. Die italienischen Patienten wurden von militärischen C-130-Transportern der Aeronautica Militare nach Deutschland gebracht, bei zwei Patienten aus Frankreich kamen Hubschrauber aus beiden Ländern zum Einsatz.

Die beiden Rettungshubschrauber der ADAC Luftrettung Christoph 77 aus Mainz sowie Christoph 66 aus Eßweiler holten gestern jeweils einen Covid-19-Patienten aus Metz und brachten sie zur Weiterbehandlung in die Uniklinik nach Homburg/Saar, wo sie auf der Lungen-Intensivstation versorgt werden.

Dr. Matthias Ruppert, Leiter der Flugmedizin bei der ADAC Luftrettung, berichtete, dass es vor den ersten zwei Verlegungsflügen von Corona-Patienten bereits etliche Einsätze der ADAC Luftrettung wegen Corona-Infektionen gab, bei denen die Patienten bodengebunden in Kliniken transportiert werden konnten. „Unabhängig von Corona sind wir mit unseren Hubschraubern gerüstet für einen Transport von Patienten mit Infektionserkrankungen“, betonte er.

Ersatzhubschrauber stehen bereit

Zusätzlich zu den Basis-Hygiene-Maßnahmen gelte bei einem Corona-Verdachtsfall, dass der Erkrankte nach den eigenen Standards für einen Lufttransport in die Schutzkategorie drei (höchste Stufe: vier) falle. Dann dürfe dieser nur noch im beatmeten Zustand geflogen werden.

Frédéric Bruder, der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, sagte: „Wir sind da. So schnell wie bisher und auch so sicher wie bisher.“ Die weitere Entwicklung sei derzeit allerdings nicht voraussehbar, so dass sich auch die ADAC Luftrettung auf eine weitere Eskalation einstellen müsse. Sollte sich das Virus in Deutschland weiter ausbreiten, würden zusätzlich zwei Ersatzhubschrauber bereitgestellt, um einen möglicherweise erhöhten Transportbedarf in bestimmten Regionen leisten zu können.

„Wir tun alles, unseren Auftrag im Rahmen der Daseinsvorsorge möglichst uneingeschränkt nachzukommen und dabei unsere Crews und uns alle bestmöglich vor einer Ansteckung bzw. Erkrankung zu schützen“, sagte Frédéric Bruder. Deshalb habe derzeit niemand außer den Crews Zutritt zu den Luftrettungsstationen. Auch Ausbildungs-Mitflüge sowie die sozialen Kontakte untereinander würden auf ein Minimum reduziert. Soweit möglich gelte der Mindestabstand von zwei Metern.
Zu weiteren Schutzmaßnahmen zählten bei Bedarf neben dem Gebrauch von Schutzmasken und Schutzanzügen auch der verstärkte Einsatz von Desinfektionsmitteln nach jedem Einsatz. Um zu verhindern, dass sich Mitarbeiter wegen fehlender Kinderbetreuung vom Dienst abmelden müssten, habe die ADAC Luftrettung Sonderbudgets für Räumlichkeiten, Kinderbetreuer und Spielzeug für die Kinder der Crews zur Verfügung gestellt.

 

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