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ADAC Luftrettung schließt Flottenmodernisierung ab

Mit den beiden Hubschrauberwechseln in Mainz und Ulm zu Beginn des Jahres hat die ADAC Luftrettung die vor vier Jahren begonnene Modernisierung ihrer Hubschrauberflotte abgeschlossen. Sie hat über 100 Millionen Euro in die Flottenerneuerung investiert.

7.05.2018

Anfang 2018 setzten Ulm und Mainz den Schlusspunkt hinter die Modernisierung der Flotte der ADAC Luftrettung (hier die D-HYAG als “Christoph 77“ auf dem Dachlandeplatz der UniversitätsMedizin Mainz. © ADAC Luftrettung/Peter Pulkowski

Insgesamt wurden in den vergangenen vier Jahren 17 Helikopter vom Typ BK 117 und EC 145 ausgetauscht und durch hochmoderne H135 und H145 (allesamt von Airbus Helicopters) ersetzt. Dafür hat der ADAC nach eigenen Angaben rund 130 Millionen Euro investiert. Im September 2012 hatte ADAC-Geschäftsführer Stefan Weßling im Beisein des neuen Geschäftsführers der Tochterunternehmung ADAC Luftrettung GmbH, Frédéric Bruder, auf der ILA in Berlin den entsprechenden Vertrag mit Airbus Helicopters unterschrieben.

ADAC-Hubschrauber der letzten 20 Jahre:

Bereits im Jahr 2013 hat die ADAC Luftrettung ihre BK 117-Flotte (mit Ausnahme der D-HLIR, die über andere Turbinen als ihre 14 Schwestermaschinen verfügt) an das neuseeländische Leasing-Unternehmen Airwork Ltd. verkauft. Allerdings verblieb ein Großteil der Hubschrauber in Deutschland, nun nicht mehr im Besitz des ADAC stehend, sondern als Leasingobjekte. Mit der sukzessiven Auslieferung der neuen H145 – seinerzeit von Airbus Helicopters noch als EC 145 T2 vermarktet – ab Herbst 2014 reduzierte sich der BK 117-Bestand bei der ADAC Luftrettung kontinuierlich, bis Ende 2017 mit der besagten D-HLIR auch die allerletzte BK 117 ausgemustert wurde. Seit Anfang Dezember 2017 wird sie von der ADAC Luftfahrt Technik (ALT) in Bonn Hangelar zum Verkauf angeboten. Auch die beiden einzigen, im Jahr 2003 beschafften EC 145 der ADAC Luftrettung stehen dort zum Verkauf. Offensichtlich kam der Verkauf der beiden EC 145 an Airwork Ltd. wider Erwarten doch nicht zustande.

ADAC war ein Erstkunde für die H135

Auch wenn die weltweit erste H135 – bei ihrer Auslieferung am 29. Oktober 2014 von Airbus Helicopters noch als EC 135 T3 vermarktet – nicht nach Deutschland, sondern nach Südtirol an Aiut Alpin Dolomites (AAD) ging, zählt die ADAC Luftrettung mit ihrer aus drei Maschinen bestehenden H135-Flotte zu den ersten Kunden der leistungsgesteigerten Version der EC 135. Im Rahmen eines Festaktes bei Airbus Helicopters in Donauwörth wurde die erste der drei EC 135 T3/H135 am 27. März 2015 an die ADAC Luftrettung übergeben. Der Stückpreis lag nach ADAC-Angaben bei 5,5 Millionen Euro. Die voll nachtflugtauglichen Maschinen mit Glascockpit lassen – in Verbindung mit Night Vision Goggles (NVG Restlichtverstärkerbrillen – BIV) eine Ausweitung der Betriebszeiten von Rettungshubschraubern in die Nacht zu.
Stationiert wurden die drei Neuen in Ingolstadt (als “Christoph 32“ mit dem Kennzeichen D-HXBA), in Siegen (als “Christoph 25“ mit dem Kennzeichen D-HXBB, am 5. Oktober 2015) und in Wittlich (als “Christoph 10“ mit der Registrierung D-HXBC, am 28. Oktober 2015). Während in Siegen und Wittlich die H135 jeweils eine EC 135 ersetzte, wurde in Ingolstadt die dort seit Gründung der Station am 10. Juli 1991 als Stamm-Maschine eingesetzte BK 117 ersetzt. Bereits im Vorfeld der Aufnahme des Winden-Probebetriebs an der ADAC-Luftrettungsstation “Christoph 15“ in Straubing wurde diese allerdings durch eine bewährte EC 135 ersetzt.

D-HEMS führte den neuen Look ein

Bereits ein halbes Jahr vor der ersten EC 135 T3/H135 wurde die erste EC 145 T2/H145 an den ADAC ausgeliefert. Airbus Helicopters lieferte am 12. September 2014 mit der für den Windenstandort Murnau vorgesehenen D-HEMS (Nomen est omen! Helicopter Emergency Medical Services) das erste Exemplar an die ADAC Luftrettung aus. Die D-HEMS, mit der zuvor umfangreiche Flugmanöver erprobt wurden, war der allererste Helikopter des ADAC, der im New Look erschien. Statt “ADAC Luftrettung GmbH“ steht seither “ADAC Luftrettung“ auf den vorderen Seitentüren, am Heckausleger prangt der schwarze Schriftzug NOTARZT und die blau-gelbe Heckflosse mit der Europaflagge wurde um den Schriftzug “Notruf 112 europaweit“ ergänzt.
Statt in Murnau kam die D-HEMS allerdings ab Ende Februar 2015 zunächst in Köln, als “Christoph Rheinland“,zum Einsatz, da Mängel an der mitgelieferten neuen Rettungswinde behoben werden mussten. Die für Köln vorgesehene D-HDOM löste wenig später die D-HEMS ab, so dass diese ihrem ursprünglichen Zweck entsprechend nach Murnau abgegeben werden konnte.
Die ADAC-Luftrettungsstationen “Christoph 1“ in München, “Christoph 62“ in Bautzen und “Christoph 26“ in Sande erhielten zeitnah EC 145 mit Rettungswinde, ihnen folgten bis 2017 weitere EC 145 ohne Rettungswinde an den Stationen “Christoph Westfalen“ am Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) in Greven und “Christoph Brandenburg“ in Senftenberg. Mit “Christoph 77“ in Mainz und “Christoph 22“ in Ulm wurde der Modernisierungsprozess Anfang 2018 abgeschlossen.
Jörn Fries

 

 

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Über Jörn Fries

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Der Romanist und Historiker im Schuldienst beschäftigt sich seit seinem Studium mit dem (Luft-)Rettungswesen. Jörn Fries war viele Jahre in leitender Position bei Rettungsdienstorganisationen tätig. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge zu notfallmedizinischen und luftrettungsspezifischen Themen unter anderem auf rth.info

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