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Bell 360 und Raider X sind weiter im FARA-Wettbewerb

Bell und Sikorsky werden im FARA-Wettbewerb der US Army mit ihren Entwürfen für den künftigen leichten Kampf- und Aufklärungshubschrauber antreten. Das Pentagon finanziert nun die Entwicklung, den Bau und die Erprobung der beiden Prototypen. 

26.03.2020

Die US Army hat die Bell 360 Invictus als einen von zwei Kandidaten für den FARA-Wettbewerb ausgewählt. © Bell

Das US-Verteidigungsministerium hat die Zahl der Kandidaten, die am Wettbewerb um den nächsten Kampf- und Aufklärungshubschrauber der US Army teilnehmen können, wie geplant von fünf auf zwei reduziert. An der zweiten Phase des FARA-Wettbewerbs (Future Attack Reconnaissance Aircraft) nehmen nun noch die Lockheed Martin-Tochter Sikorsky Aircraft mit dem Raider X sowie der zum Textron-Konzern gehörende Hubschrauberhersteller Bell mit seinem Entwurf Bell 360 Invictus teil.

Die US Army hat die Sikorsky Raider X als einen von zwei Kandidaten für den FARA-Wettbewerb ausgewählt. © Sikorsky Aircraft

Beide Unternehmen werden nun Prototypen ihrer Fluggeräte entwickeln, bauen und erproben.

Seit der Ausmusterung der OH-58 Kiowa setzt die US Army für Aufklärungsflüge den AH-64 Apache ein, der für diese Aufgabe aber zu groß und zu schwer ist. Von dem neuen Helikopter verlangt die US- Army vor allem eine hohe Reisegeschwindigkeit von 180 Knoten (334 km/h). Außerdem sollen die FARA-Wettbewerber möglichst kompakt sein. Die Streitkräfte fordern eine Bodenfläche von nicht mehr als 12,19 Meter (40 Fuß) im Durchmesser, damit sich der Helikopter besser in städtische Kampfszenarien einfügen kann.

Außerdem muss das neue Fluggerät einen hohen Grad an Automatisierung bieten, damit der Pilot möglichst wenig Arbeit hat. Neben der Vernetzung mit anderen Einheiten auf dem Gefechtsfeld soll der Gewinner des FARA-Wettbewerbs auch mit Drohnen zusammenarbeiten oder im Idealfall sogar als optional bemanntes Luftfahrzeug (OPV) fliegen.

Zusammenarbeit mit Drohnen

Beide Hersteller sind überzeugt, dass sie den Streitkräften das beste Angebot unterbreiten. Mitch Snyder, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Bell, sagte: „Die Auswahl der Bell 360 Invictus für die nächste Phase des FARA-Programms baut auf unserem jahrzehntelangen Vermächtnis als innovativer Hersteller von Drehflüglern auf. Unser Team hat gezeigt, dass innovatives Denken gepaart mit bewährter Technologie der US Army eine risikoarme Option bietet, um ihre Anforderungen auch in einem aggressiven Zeitplan zu erfüllen.“

Bill Fell, ein ehemaliger US Army-Helikopterpilot, der heute als Experimental Test Pilot bei Sikorsky Aircraft arbeitet, sagte: „Unser Entwurf kombiniert die besten Eigenschaften wie den Langsamflug des Helikopters mit der Reiseflugleistung eines Flächenflugzeugs. Jeder Flug, den wir heute mit unserer S-97 Raider absolvieren, reduziert das Risiko und hilft uns, unseren FARA-Prototypen Raider X zu optimieren.“

Beide Hersteller haben nun bis 2022 Zeit, um einen Prototypen ihres Konzepts zum Fliegen zu bringen. Ende 2023 soll die Erprobung beider Kandidaten durch das Pentagon abgeschlossen sein, spätestens 2028 soll die Serienfertigung des Gewinners beginnen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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