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DLR arbeitet an der RACER-Entwicklung mit

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt Schlüsselkomponenten für den Hochgeschwindigkeitshelikopter RACER. Airbus Helicopters hatte das Projekt im vergangenen Monat in Paris vorgestellt. 2020 soll der Demonstrator zum ersten Mal abheben.

28.07.2017

Airbus Helicopters entwickelt den Hochgeschwindigkeitshubschrauber RACER, der bis zu 400 km/h schnell sein soll. © Airbus Helicopters

Airbus Helicopters hat auf der Luftfahrtmesse in Paris im Juni erstmalig das Konzept seines Hochgeschwindigkeitshelikopters RACER vorgestellt, der eine Reisegeschwindigkeit von über 400 km/h erreichen soll. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die französische Forschungsgemeinschaft ONERA haben gemeinsam an den Grundlagen für das Projekt geforscht. 2019 will Airbus Helicopters mit der Endmontage des RACER-Demonstrators beginnen. Der Erstflug wird für 2020 angestrebt.

Teil des Forschungsprogramms Clean Sky 2

Das DLR war mit seinem Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik in Braunschweig bei der aerodynamischen Gestaltung der Doppeldecker-Flügel und des Höhenleitwerks beteiligt. Sie sorgen im Reiseflug für zusätzlichen Auftrieb und verringern so den Kraftstoffverbrauch. Die ONERA war für die Auslegung der Propeller und senkrechten Stabilisatoren verantwortlich.

Ein RACER-Modell im Windkanal. © Airbus

Bei den Triebwerken hat sich Airbus Helicopters für zwei RTM322 entschieden, die die geräuscharmen Seitenrotoren sowie den Hauptrotor antreiben. Safran Helicopter Engines als Hersteller des Triebwerks wird einen Eco-Modus testen, um in einem Triebwerk ein elektronisches Start-Stopp-System zu simulieren, das Treibstoff einspart und die Reichweite erhöht

Lärmoptimierte Konfigurationen analysiert

Um die Lärmemissionen zu minimieren, haben DLR-Forscher die akustischen Eigenschaften der neuartigen Konfiguration analysiert, die neben dem Hauptrotor auch über zwei kleine Tragflächen mitzusätzlichen Propellern verfügt. „Die identifizierten Flugzustände mit geringer Schallemission werden Airbus-Helicopters und Betreibern helfen, Flugprofile mit minimalen Lärmwirkungen auf die Anwohner zu entwickeln“, so Dr. Thorsten Schwarz vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik.

Das Institut setzte bei seinen Arbeiten modernste Analysemethoden wie zum Beispiel computergestützte Strömungssimulation ein.

Mit Hilfe von computergestützter Strömungssimulation ist das DLR an der aerodynamischen Gestaltung der Flügel und des Höhenleitwerks beteiligt. © DLR

Der Technologiedemonstrator ist Teil des europäischen Luftfahrtforschungsprogramms Clean Sky 2. „Wir freuen uns, Teil dieses spannenden und wegweisenden Forschungsprojekts zu sein, das die Möglichkeiten für schnelle und kosteneffektive Hubschrauber der nächsten Generation beeindruckend vorführt“, sagte DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke. „Gleichzeitig zeigt sich hier die Stärke der europäischen Luftfahrtforschung, wo zahlreiche Partner ihre Kompetenzen unter dem Dach des EU-Forschungsprogramms Clean Sky 2 zusammenzubringen.“

Volker K. Thomalla

 

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

1 Kommentar

  • Paul j.Dvorny

    Den Entwicklern des RACERS mangelt es an Visionen. Was hat ein Rotor im 21. Jahrhundert an Fluggeräten verloren? Außerdem sollten diese Leute mal die Meeres Fauna genau durch forsten, dort gibt es genügend optimale Formen, um leise und schnell zu fliegen.
    Sinnvoll wäre auch ein Hybridantrieb. Nebenbei bemerkt sind „Doppeldecker“ Tragflächen seit dem Ende des ersten Weltkrieges out.

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