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Erfolgreicher Erstflug der Leonardo TH-119

Der italienische Luft- und Raumfahrtkonzern Leonardo bietet der US Navy eine speziell ausgerüstete AW119 als Ersatz für die Trainingshubschrauber TH-57 Sea Ranger an. Das erste Exemplar der TH-119 hat nun seinen Jungfernflug absolviert. 

22.12.2018

Leonardo bietet der US Navy den auf der AW119 beruhenden Trainingshubschrauber TH-119 als Ersatz für die TH-57 an. © Leonardo Helicopters

Die US Navy muss in absehbarer Zeit ihre Trainingshubschrauber vom Typ Bell TH-57 Sea Ranger gegen ein neues Muster austauschen. Bereits im Juli 2017 hat sei an verschiedene Hersteller eine Aufforderung zur Abgabe von Informationen (Request for Information/RFI) verschickt. Darin hat sei einen Bedarf von bis zu 125 neuen Helikoptern angekündigt. Eigentlich sollte eine formelle Angebotsanforderung (Request for Proposal/RFP) an die Hersteller bereits in diesem Jahr erfolgen, denn die US Navy wollte schon 2020 die ersten Hubschrauber übernehmen. Das RFP wird nun für das kommende Frühjahr erwartet, so dass eine Lieferung der ersten Exemplare frühestens 2021 erfolgen kann

In Erwartung des RFP hat Leonardo Helicopters einen Hubschrauber auf Basis der einmotorigen AW119 für die Zwecke der US Navy modifiziert. Der Hersteller bietet das Muster unter dem Namen TH-119 an und spielt dabei die nationale Karte, denn Leonardo produziert schon seit Jahren in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania Hubschrauber für den US- und internationalen Markt. Sollte Leonardo den Auftrag der US Navy erhalten, würden die Helikopter im bestehenden Werk in Philadelphia gefertigt, teilte der Hersteller mit.

Erstflug der TH-119 in Philadelphia

Die erste TH-119 hat nun am 20. Dezember 2018 in Philadelphia ihren Erstflug erfolgreich absolviert. Testpilot Patrick McKernan steuerte den Helikopter bei seinem Jungfernflug. Zur Sonderausstattung der TH-119 gehört ein drehbarer Beobachter- (Prüfer-) Sitz in der Kabine hinter den beiden Piloten, ein Lasthaken mit einer Kapazität von rund 1.350 Kilogramm, sowie ein IFR-zugelassenes Glascockpit von Genesys Aero, das kompatibel mit Nachsichtgeräten ist. Leonardo strebt die Zulassung für IFR-Flüge für die TH-119 für das Frühjahr an. Aufgrund der IFR-Fähigkeiten des Musters könne die TH-119 mehr Trainingsflüge durchführen als Hubschrauber, die ausschließlich nach Sicht fliegen dürfen.

Die TH-119 biete weitere betriebliche Vorteile. So könne der Helikopter beispielsweise bei laufendem Triebwerke betankt („Hot refuel“) werden. Seine robuste Metallstruktur sowie das verstärkte und gefederte Kufenlandegestell seien für das Landetraining ausgelegt.

Der von einer PT6-B-Turbine von Pratt & Whitney Canada angetriebene Helikopter biete deutliche Kostenvorteile gegenüber zweimotorigen Hubschraubern, so der Hersteller, und könnte der US Navy sowie dem amerikanischen Steuerzahler Millionen von Dollar sowohl bei der Beschaffung als auch beim Betrieb sparen.

Andrew Gappy, Verkaufsdirektor für US-Regierungsverkäufe bei Leonardo, sagte: „Die TH-119 ist ein erschwinglicher, sofort verfügbarer Ausbildungshubschrauber, der bereits in den USA produziert wird. Er vereint bewährte Leistungen mit Flexibilität und Sicherheit. Wir bauen ihn, um jede Trainingsmission der US Navy im Rahmen der Anfängerausbildung zu erfüllen – und bietet noch viel Raum im Vergleich zur ehrwürdigen TH-57.“ 

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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