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Ka-62 auf Promotionstour im Fernen Osten

Anlässlich des dritten Eastern Economic Forums stellt Russian Helicopters seinen Hubschrauber Ka-62 den Teilnehmern des Forums in Wladiwostok vor. Der Helikopter befindet sich noch in der Flugerprobung, die mit der Zulassung des Musters enden wird.

6.09.2017

Die Ka-62 von Russian Helicopters wird auf dem Eastern Economic Forum in Wladiwostok präsentiert. © Russian Helicopters

Der neue Mittelklasse-Hubschrauber Ka-62 von Russian Helicopters nutzt die Gelegenheit des dritten Eastern Economic Forums, das heute und morgen in Wladiwostok stattfindet, um sich angemessen den Forums-Teilnehmern zu präsentieren. Obwohl das Muster noch nicht zugelassen ist, wird es zum Schaulaufen nach Wladiwostok geflogen und hofft dort auf weitere Bestellungen.

Die Ka-62 wurde vom Konstruktionsbüro Kamow entworfen und entwickelt, gebaut wird der Helikopter der 6,7-Tonnen-Klasse von der Arsenjew Aviation Company „Progress“ in Arsenjev, nordöstlich von Wladiwostok.

Westliche und russische Systeme an Bord

Der Hubschrauber verfügt sowohl über westliche als auch über russische Systeme. So liefert Safran Helicopter Engines (früher Turbomeca) mit dem 1.680 PS starken Ariden 3G die beiden Triebwerke, während das Glascockpit vom russischen Hersteller Transas stammt. Die Ardiden 3G-Antriebe wurden Ende Juni dieses Jahres von der europäischen Flugsicherheitsagentur EASA zugelassen.

Russian Helicopters hat das Muster nach den Vorschriften der CS-29 beziehungsweise der russischen AP-29 konstruiert. Die Ka-62 besteht zu einem großen Teil aus polymeren Faserverbundwerkstoffen. Sie ist besonders an die harschen klimatischen Bedingungen Russlands und der GUS-Staaten angepasst. Beispielsweise müssen weder das Getriebeöl des Heckrotors noch der Antrieb selbst bis Temperaturen von -35 Grad Celsius vorgeheizt werden. Der Helikopter ist derart robust gebaut, dass er selbst im tiefsten (russischen) Winter keinen Hangarplatz braucht. Die KA-62 kann auch dauerhaft unter offenem Himmel abgestellt werden.

Der Erstflug der Ka-62 fand am 26. April 2016 statt. © Russian Helicopters

Das Hubschraubermuster ist eine Art eierlegende Wollmilchsau, denn sie soll neben Search- and Rescue-Aufgaben auch andere Aufgabenfelder wie VIP-Transport und Überwachsungsflüge, ja sogar VIP-Passagiere besetzen können.

Die Ka-62 sollte ursprünglich schon 2014 zertifiziert werden, jedoch kam es immer wieder zu Verzögerungen. Der Hersteller hat gerade erst mit den Nachweisflügen für die Zulassung begonnen. Bislang fliegen zwei Exemplare der Ka-62, ein drittes Exemplar soll Anfang nächsten Jahres die Erprobungsflotte ergänzen. Es wird also mindestens noch zwei Jahre dauern, bis das Muster zertifiziert ist.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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