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Leonardos optional bemannter Helikopter Solo absolviert Erstflug

Der italienische Aerospace-Konzern Leonardo hat einen optional bemannten Helikopter erstmalig ohne Besatzung geflogen. Der Hubschrauber auf Basis einer SW-4 flog vom Flugplatz Taranto-Grottaglie, der sich als Testzentrum für unbemannte Luftfahrzeuge empfiehlt.

28.02.2018

Leonardo hat einen autonom fliegenden Hubschrauber auf Basis der SW-4 geflogen. © Leonardo

Ein Erstflug eines Hubschraubers ohne Pilot ist (noch) außergewöhnlich. Und dennoch hat der italienische Aerospace-Konzern gerade dieses geschafft. Die Ingenieure des Unternehmens haben einen einmotorigen, leichten Turbinenhubschrauber SW-4 zu einem optional bemannten Helikopter umgebaut.

Der Erstflug des SW-4 Solo RUAS/OPH (Rotary Unmanned Air System/Optionally Piloted Helicopter) fand auf dem Flugplatz Taranto-Grottaglie im Süden Italiens statt. Er dauerte 45 Minuten und umfasste neben den obligatorischen Systemschecks auch automatische Starts und Landungen, Hovern außerhalb des Bodeneffekts (OGE), Vorwärtsflüge bis zu einer Geschwindigkeit von 60 Knoten (111 km/h), automatische Navigation nach Wegpunkten sowie einen simulierten Überwachungseinsatz. Die SW-4 Solo erreichte bei ihrem Erstflug ohne Piloten eine Flughöhe von 1.500 Fuß (457 Meter). Nach Angaben des Herstellers haben alle Systeme einwandfrei gearbeitet.

Der SW-4 Solo hat einen perfekten Erstflug gezeigt

Das war nun keine wirkliche Überraschung, denn der von Leonardo Poland gebaute Helikopter wurde bereits von Testpiloten seit Dezember 2016 in Grottaglie und in Polen erprobt, seinerzeit allerdings ausschließlich bemannt. Die Testmannschaft hat das Fluggerät schon in allen denkbaren Fluglagen getestet und verschiedene Flugverfahren erprobt.

Alessandro Profumo, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Leonardo, sagte: „Dieser jüngste Erfolg stellt erneut Leonardos führend Rolle bei der Entwicklung von unbemannten Systemen unter Beweis. In diesem Segment wollen wir unsere schon bedeutende Präsenz weiter ausdehnen.“

Leonardo arbeitet bereits seit 2015 mit der Flughafengesellschaft Aeroporti di Puglia (AdP) zusammen, um den Taranto Grottaglie Airport zu einem Testzentrum für unbemannte Luftfahrzeuge auszubauen. Beide Partner wollen das „Grottaglie Test Bed“ nicht nur als nationales, sondern auch als europäisches Testzentrum positionieren. Dafür haben sie auch die Unterstützung der italienischen Luftfahrtbehörden ENAC und ENAV.

 

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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