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„Rescue Seat“ für Bayerns Polizeihubschrauber

Die Polizeihubschrauberstaffel Bayern hat mit dem "Rescue Seat" ein neues Rettungsmittel für die Rettung von Menschen aus dem Wasser oder vom Eis erhalten. 

19.01.2019

Die Polizeihubschrauberstaffel Bayern demonstrierte den Einsatz des Rescue Seat Mitte Januar 2019 der Öffentlichkeit. © Bayerische Polizei

Die acht Polizeihubschrauber vom Typ EC135 der bayerischen Polizei sind ab sofort mit einem neuen Rettungsmittel für die Rettung von Menschen aus dem Wasser oder vom Eis ausgerüstet. Bei dem neun Kilogramm schweren „Rescue Seat“ handelt es sich um eine Spezialkonstruktion in Form eines umgekehrten T, das mit dem Windenseil zu den zu Rettenden heruntergelassen wird. Der „Rescue Seat“ ist dank integrierter Auftriebskörper schwimmfähig.

Der Rescue Seat ermöglicht die schnelle Bergung eines Verunglückten aus dem Wasser, wie ein Retter der Wasserwachtortsgruppe Hiltpoltstein hier demonstriert. © Bayerische Polizei

Der Einsatz des Rettungssitzes setzt allerdings voraus, dass die zu bergende Person noch in geringem Maße handlungsfähig ist und sich ohne fremde Hilfe auf am „Rescue Seat“ festhalten kann. So kann die Bergung aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich durchgeführt und der Verunglückte anderen Hilfsorganisationen übergeben werden.

Umfangreiche Sonderausrüstung

2018 hat die Polizeihubschrauberstaffel Bayern mit ihren acht EC135 P3 nahezu 3.000 Einsätze absolviert. In dieser Zahl enthalten sind 100 Einsätze am Berg und über 80 Einsätze im Rahmen der Wasserrettung. Die Polizeihubschrauber des Freistaates verfügen über eine umfangreiche Zusatzausrüstung. Dazu gehören:

  • Rettungswinde mit einer Traglast von bis zu 230 Kilogramm und einem Seil von 50 Meter Länge
  • 15 Meter langes Rettungsseil zur Rettung von im Eis eingebrochenen Personen
  • BIV-Brille: Sie ermöglicht Einsatzflüge in den Nachtstunden.
  • FLIR-Kamera: Die Video- und Wärmebildkamera zeigt Temperaturunterschiede ab 0,1 Grad Celsius an und projiziert ein künstliches Bild auf einen Bildschirm im Hubschrauber. Dadurch können Suchen auch bei völliger Dunkelheit durchgeführt werden.
  • Suchscheinwerfer
  • Satellitennavigation mit Moving Map
  • Feuerlöschbehälter für bis zu 500 Liter Wasser. Wird bei Bedarf am Hubschrauber angebracht.
  • Notfallkoffer mit allen gebräuchlichen Medikamenten und Notarztinstrumenten
  • Krankentrage
  • Luftbildkamera
  • Tageslichtvideokamera zur Dokumentation und zur Live-Bildübertragung an Bodenstellen
  • SEK-Abseilgerät
  • Rescue Seat

Die Polizeihubschrauberstaffel Bayern ist auf dem Flughafen München sowie in der Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth stationiert.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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