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Serbien übernimmt die erste H145M

Serbien hat die erste von insgesamt neun bestellten H145M übernommen und wird damit einer der ersten Nutzer des Waffenkontrollsystems HForce. Im Rahmen des H145M-Auftrags hat sich Airbus Helicopters zu Offset-Leistungen verpflichtet.

25.11.2018

Die erste H145M für Serbien bei einem Erprobungsflug mit (noch) überklebtem serbischen Hoheitszeichen. © Airbus Helicopters

Der serbische Verteidigungsminister Aleksandar Vulin hat am 23. November das Airbus Helicopters-Werk in Donauwörth besucht, um dort den ersten  Hubschrauber des Typs H145M für die serbischen Luftstreitkräfte (Vazduhoplovstvo i protivvazduhoplovna odbrana Vojske Srbije) in Empfang zu nehmen. Das Land hat insgesamt neun Exemplare des bewaffneten, zweimotorigen Helikopters bestellt, von denen vier für die Luftstreitkräfte und fünf für das Innenministerium bestimmt sind. Die ersten beiden H145M für das Innenministerium werden noch im Dezember geliefert.

Serbien erhält die H145M mit HForce

Die H145M für die Luftstreitkräfte sind mit dem Waffenkontrollsystem HForce von Airbus ausgerüstet, das es dem Nutzer erlaubt, eine Vielzahl von unterschiedlichen Waffensystemen wie Luft-Boden- und Luft-Luft-Lenkwaffen sowie Maschinenkanonen zu integrieren. Das Land gehört damit zu den ersten Nutzern des neuen Systems. Außerdem sind die H145M Serbiens mit einem System zum schnellen Abseilen (Fast Roping), einer Hochleistungskamera, einer Brandschutzausrüstung, einer leichten Panzerung sowie einem System für elektronische Gegenmaßnahmen ausgestattet, um die nach Airbus-Angaben „äußerst anspruchsvollen operativen Anforderungen“ des Kunden zu erfüllen.

Der serbische Verteidigungsminister Aleksandar Vulin hat am 22. November 2018 Airbus Helicopters in Donauwörth besucht und dort die erste H145M für Serbien übernommen. © Airbus Helicopters

Minister Vulin sagte in Donauwörth: „Wir betrachten die Durchführung des Vertrags als Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation und eine gute Geschäftspraxis. Bislang wurden alle Tätigkeiten innerhalb der vereinbarten Fristen durchgeführt, und wir gehen davon aus, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird. Wir freuen uns ganz besonders darüber, dass die vertraglich vereinbarten Tätigkeiten im Rahmen der industriellen Kooperation innerhalb des vorgesehenen Zeitplans erfolgen.“

Airbus ist im Rahmen des Auftrags einige Offset-Verpflichtungen eingegangen. Dazu gehört beispielsweise, dass der Hersteller das Flugzeugwerk Moma Stanojlovic in Serbien als Zentrum für die Wartung von Gazelle-Hubschraubern zertifizieren und es in sein Wartungsnetz integrieren wird. Die serbischen Streitkräfte betreiben derzeit noch 63 Gazelle-Hubschrauber, die seinerzeit von den SOKO-Werken in Lizenz von Aérospatiale gebaut worden sind. Außerdem sieht der Vertrag zwischen Airbus Helicopters und Serbien den Transfer von Technologie, Ersatzteilen, Werkzeugen und Unterlagen für die Wartung und Instandsetzung der Hubschrauber vor. Airbus wird zudem serbische Produktionsstätten und Forschungs- und Entwicklungsinstitute unterstützen, die für einen Lieferanten erforderlichen Qualifikationen und Zertifikate zu erhalten.

„Ich bedanke mich bei der serbischen Regierung und ganz persönlich bei Herrn Vulin, dem Verteidigungsminister, für das Vertrauen in das jüngste Mitglied unserer H145-Familie und für die reibungslose Zusammenarbeit seit Beginn der Verhandlungen im Jahr 2016“, erklärte Wolfgang Schoder, CEO von Airbus Helicopters Deutschland. Neben Serbien haben bislang auch Deutschland, Ungarn, Thailand und Luxemburg die H145M bestellt.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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