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Lockheed Martin schickt die F-35A für die Luftwaffe ins Rennen

Die Luftwaffe sucht einen Nachfolger für die verbliebenen 90 Exemplare des Kampfflugzeugs Tornado. Drei Anbieter (Boeing, Eurofighter und Lockheed Martin) wurden aufgefordert, Informationen über ihre Muster an das Bundesverteidigungsministerium zu senden (Request for information – RFI). Lockheed Martin bietet die F-35A Lightning II an.

27.04.2018

Die beiden F-35A Lightning II im Static Display der ILA 2018 kamen direkt von der Luke Air Force Base in der Nähe von Phoenix nach Berlin. © V. K. Thomalla

Wir haben am Montag vor Beginn der ILA auf die Anfrage des Bundesverteidigungsministeriums unser Angebot abgegeben“, sagte Jack Crisler, Vice President F-35 Business Development and Strategy Integration bei Lockheed Martin auf einer Pressekonferenz auf der ILA am Donnerstag.

Nachfolger für den Tornado

Die Luftwaffe benötigt in Zukunft ein Nachfolgemuster für ihre 90 Kampfflugzeuge vom Typ Panavia Tornado. Da die Zeit drängt, kommt eine eigene Neuentwicklung eines Musters nicht mehr in Frage. Crisler stellte in Berlin die Lockheed Martin F-35A Lightning II vor, von der zwei Exemplare während der ILA 2018 im Static Display zu sehen sind. Die zunächst geplanten Flugvorführungen des Fighters der fünften Generation finden allerdings nicht statt.

Die Flugerprobung der F-35 wurde erst im April dieses Jahres nach fast zwölf Jahren Dauer beendet. © V. K. Thomalla

Die beiden ausgestellten Fighter kamen im Nonstop-Überführungsflug von der Luke Air Force Base (AFB) in der Nähe von Phoenix in Arizona. Die Jets flogen in 11 Stunden und 24 Minuten nach Berlin. „Das war der längste Flug, den ich je unternommen hatte, und der längste Nonstopflug einer F-35“, sagte Captain Andrew „Dojo“ Olson von der 56th Fighter Wing, der Pilot, der eine der beiden F-35 auf dem Transatlantikflug gesteuert hatte. Olson, der auf der Luke AFB als Pilot und Fluglehrer für die F-35 tätig ist, sagte in Berlin, dass das Flugzeug auf dem langen Flug viel komfortabler gewesen sei als er es erwartet hätte. Auf der 9.098 Kilometer langen Strecke (Großkreisentfernung) betankte Olson zehn Mal in der Luft. Er erzählte, dass man auf einer solchen Strecke die Tanks nur bis zur Hälfte leer fliege, denn wenn über Grönland bei leeren Tanks das Tankflugzeug einen Notfall habe und ausweichen müsse, hätte man einen „schlechten Tag“.

Die F-35A Lightning II verfügt über Stealth-Eigenschaften, die eine Entdeckung des Fighters durch gegnerisches Radar deutlich erschweren. © V. K. Thomalla

Jack Crisler berichtete, dass noch in diesem Jahr das 300. Exemplar der F-35 ausgeliefert werde. Derzeit sind 280 Flugzeuge des Musters in Kundenhand. Sie fliegen von 15 verschiedenen Stützpunkten aus – und in diesen Zahlen sind die Testflugzeuge nicht inkludiert. In den F-35, die nun an Kunden übergeben werden, ist die Software des Standards 3F (3 final) aufgespielt, berichtete Crisler.

„Block built“ spart Geld

Die Britischen Streitkräfte und die Royal Australian Air Force (RAAF) kämen noch in diesem Jahr als neue Nutzer der F-35 hinzu. Lockheed Martin produziert die F-35 in Fertigungslosen. Derzeit sei man noch mit dem zehnten Los beschäftigt. Man verhandele derzeit über das elfte Fertigungslos, das über drei Jahren laufen solle. Durch die höhere Fertigungskadenz durch „Block built“ könne der heutige Preis einer F-35A von 80 Millionen Dollar weiter gesenkt werden. „Damit liefern wir einen Fighter der fünften Generation zum Preis eines Fighters der vierten Generation“, sagte Crisler. Bis Ende 2020 würden über 600 Flugzeuge ausgeliefert sein.

Nur drei Jahre nach einer Vertragsunterzeichnung könne Deutschland die erste F-35A erhalten, so Crisler. Lockheed Martin hat eine maximale Fertigungskapzität von 165 F-35 pro Jahr. Neben den Verkaufsbemühungen in Deutschland gebe es auch aktive Verkaufskampagnen für die F-35 in Belgien und Finnland. Man beobachte die Situation der Beschaffung des F/A-18- und F-5E Tiger-Nachfolgers in der Schweiz ebenfalls sehr genau.

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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