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Großbritannien baut ein eigenes Satelliten-Navigationssystem

Mit dem Austritt aus der Europäischen Union im März nächsten Jahres verliert Großbritannien auch den Zugang zur weiteren Entwicklung der hochpräzisen Navigationssignale des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo. Deswegen will das Land nun ein eigenes System auf den Weg bringen.

3.12.2018

Großbritannien zieht sich wegen des Brexits aus dem Galileo-Navigationssystem zurück. © OHB System AG

Der britische Austritt aus der Europäischen Union (EU) Ende März 2019 hat Folgen für viele Bereiche, die man zunächst vielleicht nicht mit dem Brexit in Zusammenhang bringt. So hat die britische Premierministerin Theresa May am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires angekündigt, dass sich Großbritannien aus dem militärisch relevanten Segment des europäischen Satelliten-Navigationssystem Galileo zurückziehen werde. Stattdessen will das Land ein eigenes SatNav-System entwickeln und aufbauen.

PRS-Singale nur für Mitglieder der EU

Mit diesem Schritt zieht das Land die Konsequenzen aus der Ankündigung der EU-Kommission, nach dem Brexit britische Firmen nicht mehr bei der weiteren Entwicklung der Public Regulated Services (PRS) des Systems zu berücksichtigen. Die PRS sind der militärisch nutzbare Teil von Galileo, der ab 2020 den Sicherheits- und Streitkräften der EU-Staaten zur Verfügung steht.

Großbritannien wird nun ein eigenes, nationales Satelliten-Navigationssystem aufbauen. Es soll in Zusammenarbeit mit den Commonwealth-Staaten Australien, Neuseeland und Kanada entstehen. Die Kosten dafür werden auf 3,0 bis 5,0 Milliarden Pfund (3,3 und 6,7 Milliarden Euro) geschätzt.

Kurz nach der Ankündigung Mays erklärte der bisherige Wissenschaftsminister Sam Gyimah seinen Rücktritt. Galileo war in seinem Ressort angesiedelt. Großbritannien will das neue System, das mit GPS kompatibel sein soll, zum Teil mit Mitteln finanzieren, die nun nicht mehr für Galileo benötigt werden. Brexit-Befürworter wollen nun auf Verhandlungen dringen, damit das Land einen Teil der bereits in das System investierten 1,2 Millarden Pfund von der EU zurückbekommt. Allerdings macht die EU dem Land wenig Hoffnung, darüber erneut zu verhandeln, da Großbritannien die öffentlichen, weniger präzisen Galileo-Signale nutzen will.

Volker K. Thomalla

 

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