Homepage » Industrie - news » MTU und Safran arbeiten beim FCAS-Triebwerk zusammen

Auch auf der Systemebene nimmt das geplante deutsch-französische Kampfflugzeugprojekt  Future Combat Air System (FCAS) Fahrt auf. Safran Aircraft Engines und die MTU Aero Engines haben einen Vertrag für eine Zusammenarbeit beim FCAS-Triebwerk geschlossen.

15.02.2019

Safran Aircraft Engines und die MTU Aero Engines haben einen Vertrag über die gemeinsame Entwicklung, Fertigung und Betreuung des Antriebs für das Kampfflugzeug der nächsten Generation unterzeichnet. © MTU Aero Engines

Der französische Triebwerkshersteller Safran Aircraft Engines und die MTU Aero Engines AG haben am 6. Februar in Paris einen Vertrag über ihre Zusammenarbeit beim Antrieb für das künftige Kampfflugzeug der nächsten Generation unterschrieben. Sie wollen bei diesem internationalen Programm gemeinsam die Führungsrolle bei der Entwicklung, Fertigung und Betreuung des Triebwerks übernehmen. Die beiden Unternehmen haben den Vertrag im Beisein der französischen sowie der deutschen Verteidigungsministerin, Florence Parly und Ursula von der Leyen, unterzeichnet. Das zukünftige Kampfflugzeug ist Bestandteil des deutsch-französischen Luftverteidigungssystems FCAS (Future Combat Air System) und soll 2040 in Dienst gestellt werden.

Beide Unternehmen können auf eine langjährige Erfahrung bei militärischen Triebwerken aufbauen. Sie betonten bei der Vertragsunterzeichnung, dass sie den Luftstreitkräften die besten Technologien in Kombination mit einer neuartigen Triebwerksarchitektur zur Verfügung stellen wollen.

Bauaufteilung nach Kompetenzen

Safran Aircraft Engines wird bei diesem Projekt für die Auslegung und Integration des Triebwerks zuständig sein, während die MTU Aero Engines die Führungsrolle bei Instandhaltung und Support während des Betriebs übernehmen wird. Die MTU kümmert sich um die Hoch- und Niederdruckverdichter sowie die Niederdruckturbine, während der französische Partner die Brennkammer, die Hochdruckturbine und den Nachbrenner verantwortet. Das bereits bestehende Gemeinschaftsunternehmen Aerospace Embedded Solutions  (AES) wird unter der Führung von Safran Aircraft Engines für die Triebwerksregelung einschließlich der dazugehörigen Software zuständig sein. Beide Partner streben ein ausgeglichenes deutsch-französisches Verhältnis der Programmanteile an, unter der Annahme einer ausgewogenen Finanzierung durch Frankreich und Deutschland.

„Diese Zusammenarbeit ist ein wichtiger Schritt nach vorne und zeigt, dass Safran eine führende Rolle beim Aufbau einer europäischen Verteidigungsindustrie einnehmen kann“, sagte Philippe Petitcolin, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Safran. „Durch den Schulterschluss mit der MTU bündeln wir die Kompetenzen unserer beiden Unternehmen. Jeder Partner bringt seine Stärken ein, in denen er führend ist, und wir schaffen Synergien für Innovationen“, ergänzte Olivier Andriès, der CEO von Safran Aircraft Engines.

„Dieses Programm stellt einen Meilenstein für die europäische Eigenständigkeit im militärischen Triebwerksbau dar“, sagte Reiner Winkler,  der Vorstandsvorsitzende der MTU Aero Engines. „Es liegt auf der Hand, dass Safran und MTU bei diesem deutsch-französischen Projekt zusammenarbeiten. Beide Unternehmen verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung von Triebwerken für Kampfflugzeuge und unsere Partnerschaft besteht bereits seit über 50 Jahren.“ Michael Schreyögg, Programmvorstand der MTU, ergänzte: „Wir sind überzeugt, dass wir aufgrund unseres technologischen Know-hows in der Lage sind, gemeinsam mit Safran ein modernes Antriebssystem zu entwickeln. Entscheidend für den Erfolg wird sein, dass wir bis Mitte dieses Jahres ein Technologie- und Demonstratorprogramm auf den Weg bringen können.“

 

 

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