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Niederlande erheben ab 2021 wieder Luftverkehrssteuer

Die Niederlande werden wieder eine Luftverkehrsabgabe von Passagieren verlangen. Damit reiht sich das Land in eine wachsende Zahl von Ländern ein, die von Passagieren von Flugzeugen eine Steuer erheben. Transitpassagiere sind von der Abgabe ausgenommen. 

8.12.2018

Die Regierung der Niederland hat die Einführung einer Luftverkehrssteuer beschlossen. © Amsterdam Schiphol Airport

Die niederländische Regierung hat die Wiedereinführung einer Luftverkehrssteuer (Vliegtaks) beschlossen. Damit setzt sie ein Vorhaben um, auf das sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag im vergangenen Jahr geeinigt haben. Damit hofft die Regierung, einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu leisten.

Bereits 2008 hatte das Königreich eine derartige Abgabe eingeführt, sie aber nach einem deutlichen Rückgang der Passagierzahlen nach einem Jahr wieder abgeschafft. Ab 2021 sollen nun alle Passagierflüge aus den Niederlanden mit 7,00 Euro besteuert werden, unabhängig davon, ob es sich um einen Kurz-, Mittel- oder Langstreckenflug handelt. Passagiere, die an einem Flughafen der Niederlande umsteigen, müssen die neue Steuer nicht bezahlen.

Frachtflüge müssen auch zahlen

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass ab 2021 auch Frachtflüge einer Luftverkehrsabgabe unterliegen, allerdings gibt es noch keinen Entwurf über die Höhe der Besteuerung. Die Tageszeitung Trouw zitiert Benno Snel, seines Zeichens Staatssekretär im  Finanzministerium, mit den Worten: „Auf alle Verkehrsformen wie Bus, Bahn oder Auto erheben wir Steuern, nur merkwürdigerweise nicht aufs Fliegen.“

Im Sommer dieses Jahres, als die Wiedereinführung der Luftverkehrssteuer diskutiert wurde, war zunächst an eine von der Flugstrecke abhängige Steuer gedacht. Passagiere auf Flügen innerhalb Europas, auf die Kanaren, nach Ägypten und nach Russland sollten 3,80 Euro pro Flugstrecke zahlen, alle anderen 22 Euro. Diese Idee wurde jedoch schnell zugunsten einer einheitlichen Steuer verworfen.

Die Regierung rechnet mit Mehreinnahmen von rund 200 Millionen Euro pro Jahr durch die Steuer und will diese Einnahmen für Klima- und Umweltprojekte verwenden. Sollte es zu einer einheitlichen europäischen Lufterkehrssteuer kommen, wollen die Niederlande ihre nationale Regelung zugunsten einer europäischen fallenlassen.

In Europa erheben derzeit Deutschland, Frankreich, Irland, Schweden und Großbritannien jeweils nationale Luftverkehrsabgaben in unterschiedlicher Höhe.

Bob Fischer

 

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